Rolls-Royce plant bis zu 2500 Stellenabbau zur Kostensenkung
Rolls-Royce, der britische Triebwerksbauer, plant inmitten des Luftfahrt- und Rüstungsbooms weitere Kosteneinsparungen. Dabei sollen bis zu 2500 Stellen von insgesamt 42.000 Arbeitsplätzen gestrichen werden. Die genauen Standorte, an denen die Stellen abgebaut werden sollen, wurden von dem Unternehmen nicht genannt.
Der Vorstandsvorsitzende Tufan Erginbilic, der seit Januar im Amt ist, hat das Ziel, Rolls-Royce auf Rendite auszurichten. "Dies ist ein weiterer Schritt auf unserem mehrjährigen Weg, um ein leistungs-, wettbewerbs- und widerstandsfähiges Rolls-Royce zu schaffen", so Erginbilic. Rund ein Viertel der Belegschaft von Rolls-Royce arbeitet in Deutschland, wo das Unternehmen die frühere MTU Friedrichshafen übernommen hat.
Die Pläne zur Stellenstreichung wurden von der IG Metall als "ideenlos" bezeichnet und es wurde Widerstand dagegen angekündigt. "Rolls-Royce erschüttert mit dieser Aktion das letzte verbliebene Vertrauen in das Top-Management", sagte Jürgen Kerner, Vorstandsmitglied der IG Metall. "Trotz des boomenden Marktes schafft es das Unternehmen anscheinend nicht, sich erfolgreich aufzustellen - im Gegensatz zu seinen europäischen Konkurrenten."
Roll-Royce liefert Triebwerke an große Flugzeughersteller wie Airbus und Boeing, hinkt jedoch bei der Rendite hinter dem US-Konkurrenten General Electric her. Die Aktie des Unternehmens hat allein in diesem Jahr bereits ihren Wert verdoppelt, aufgrund des Aufschwungs in der Luftfahrtbranche nach der Corona-Pandemie. Roll-Royce produziert außerdem auch Antriebe für Schiffe, U-Boote und Kraftwerke.
Es handelt sich hierbei bereits um die dritte Runde von Stellenstreichungen. Ein Brancheninsider bezeichnete die Maßnahme als mutig, da alle Triebwerkshersteller derzeit ihre Produktion hochfahren. Im Jahr 2020 hatte Warren East, der Vorgänger von Erginbilic, bereits 9000 Arbeitsplätze gestrichen, und im Jahr 2018 folgten weitere 4600 Stellen.
Kerner appellierte an die Bundesregierung, sich einzuschalten und die deutschen Interessen zu vertreten: "Rolls-Royce ist ein Schlüsselunternehmen der deutschen Verteidigungsindustrie. Es ist jedoch auch wichtig, dass Zukunfts-Technologien weiterverfolgt werden, damit Rolls-Royce nicht mittelfristig den Anschluss an die Konkurrenz verliert." Im Zuge des Umbaus wird die Technologie-Chefin von Rolls-Royce, Grazia Vittadini, das Unternehmen im April verlassen. Vittadini war erst vor zwei Jahren von Airbus zu Rolls-Royce gewechselt.

