Roche begeistert mit Fenebrutinib: Neuer Hoffnungsträger in der MS-Behandlung
Roche hat auf dem Fachkongress Actrims in Kalifornien beeindruckende Ergebnisse aus einer wichtigen klinischen Studie zu ihrem innovativen Medikament Fenebrutinib präsentiert. Die Daten deuten darauf hin, dass der Wirkstoff bei Patienten mit primär progressiver Multipler Sklerose (PPMS) das Fortschreiten der Behinderung mindestens ebenso effektiv bremst wie die bereits zugelassene Behandlung Ocrevus. Laut Roche senkte Fenebrutinib das Risiko einer Behinderungsverschlechterung um 12 Prozent gegenüber Ocrevus. Bereits nach 24 Wochen traten die ersten Wirkunterschiede zutage, besonders auffällig war die Verringerung des Risikos im Bereich der oberen Extremitäten um beachtliche 26 Prozent.
Insgesamt waren die Nebenwirkungen vergleichbar mit der bestehenden Therapie. Zwar wurden häufiger vorübergehende und reversible erhöhte Leberwerte unter Fenebrutinib beobachtet, jedoch traten schwere Nebenwirkungen in beiden Behandlungsgruppen ähnlich häufig auf. Diese Ergebnisse wurden im Rahmen des Kongresses Americas Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ACTRIMS) vorgestellt und knüpfen an die Ankündigung von Roche im November 2025 an, wonach die FENtrepid-Studie sowie die erste von zwei Phase-III-Studien zur schubförmigen Multiplen Sklerose (RMS) ihre primären Endpunkte erreicht haben.
Für das erste Halbjahr 2026 erwartet Roche die Resultate der zweiten RMS-Studie (FENhance 1). Danach plant das Unternehmen, die kombinierten Daten aller Phase-III-Studien zur Zulassung einzureichen. Das oral zu nehmende Fenebrutinib hat eine hohe Zielgenauigkeit und wirkt durch die Blockade des Enzyms BTK, das eine Schlüsselrolle bei Entzündungen spielt. Seine temporäre Bindung an das Enzym könnte potenziell die Nebenwirkungen reduzieren. Fenebrutinib zeigt eine hohe Selektivität, indem es die B-Zellen im Blut sowie Mikroglia im Gehirn anspricht, die für akute und chronische Entzündungen verantwortlich sind und langfristig Behinderungen verursachen können.

