Richtungswechsel in der EU: Verbrenner-Aus auf der Kippe

Die aktuelle Diskussion um die Zukunft von Verbrennungsmotoren in der Europäischen Union gewinnt zunehmend an Brisanz. Wie eine Umfrage des ZDF-'Politbarometers' zeigt, findet der Plan der EU-Kommission, das bisher geplante Verkaufsverbot für neue Verbrennermotoren nach 2035 aufzuheben, bei der deutschen Bevölkerung großen Anklang. Laut der Erhebung, die von der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt wurde, sprechen sich 63 Prozent der Deutschen dafür aus, dass auch künftig Neuwagen mit Benzin- und Dieselmotoren zugelassen werden.
Ein Abstimmungsprozess im Kollegium der EU-Kommission ist noch erforderlich, um die neuen Vorschläge offiziell zu machen. Denn ursprünglich hatten die EU und das Europäische Parlament eine Richtlinie verabschiedet, die vorsieht, dass ab 2035 keine klimaschädlichen Emissionen mehr durch Neuwagen ausgestoßen werden dürfen. Laut inoffiziellen Informationen soll nun jedoch eine Kompensation der CO2-Emissionen im Gespräch sein – etwa durch die Integration von ökologisch produziertem 'grünem Stahl'.
Der Vorstoß der Brüsseler Institution stößt nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf Zustimmung. Im Gegensatz dazu äußerten sich die Grünen und verschiedene Umweltexperten kritisch zu dem abrupten Kurswechsel.
In der kommenden Woche plant die EU-Kommission, ihre neuen Vorschläge detaillierter vorzustellen. Diese sollen nicht nur das Verbrenner-Aus betreffen, sondern auch eine erweiterte Batterie-Strategie und umweltfreundlichere Mobilitätskonzepte für Dienstwagen umfassen.

