Rezessionssorgen trotz zaghafter Erholung: Deutschlands Wirtschaft im Fokus
Deutschlands Wirtschaft kämpft im Sog der internationalen Handelspolitik mit Herausforderungen. Im Frühjahr verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein stärkeres Minus als erwartet – es fiel um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Ursprüngliche Prognosen hatten auf nur 0,1 Prozent Rückgang hingedeutet. Überraschenderweise brachten der private und staatliche Konsum positive Ergebnisse, jedoch litten Investitionen in Bau, Maschinen und Fahrzeuge unter der verhaltenen Außenwirtschaft.
Besonders ins Gewicht fallen die Auswirkungen der unberechenbaren US-Handelspolitik, die dem exportstarken deutschen Sektor zusetzten. Stark betroffen zeigt sich der Markt durch die US-Zölle, die seit August für Importe aus der EU gelten. Dies hat unter anderem die deutschen Geschäfte mit den USA und China spürbar belastet.
Trotz der wirtschaftlichen Talfahrt konnte der deutsche Staat sein Defizit merklich senken. Dank steigender Steuereinnahmen und Sozialbeiträge reduzierte sich das Defizit im ersten Halbjahr 2025 auf 1,3 Prozent des BIP. Ein Lichtblick in Zeiten der Unsicherheit, aber für nachhaltige Erholung bedarf es laut Stimmen aus dem wirtschaftlichen Sektor und Regierungskreisen tiefgreifender Reformen.
Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz hat Maßnahmen, wie den „Wachstumsbooster“ und „Bauturbo“, im Programm, doch erste Reaktionen fallen verhalten aus. Ökonomen erwarten, dass Staatsinvestitionen zwar ab 2026 Wirkung zeigen könnten, doch 2025 wird meist nur ein minimales Wachstum von 0,3 Prozent prognostiziert. Strukturelle Reformen und langfristige Strategien werden als Schlüssel angesehen, um die deutsche Wirtschaft dauerhaft zu stabilisieren und die Herausforderungen zu meistern, die durch die weltweiten wirtschaftlichen Turbulenzen ausgelöst wurden.

