Revolution der Heizkosten: EU führt einheitlichen CO2-Preis ein
Die Europäische Union initiiert ab 2028 eine richtungsweisende Veränderung für den Heiz- und Verkehrssektor: Ein einheitlicher CO2-Preis soll eingeführt werden und Anreize zur Reduzierung fossiler Brennstoffe schaffen. Das Ziel ist klar – ein klimafreundlicheres Europa.
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung beleuchtet die möglichen Auswirkungen auf die Heizkosten von etwa 103 Millionen Haushalten. In Deutschland, wo ein CO2-Preis bereits zur Anwendung kommt, erwartet man eine moderate Steigerung der Heizkosten um durchschnittlich 17 Euro pro Jahr. Im Gegensatz dazu könnten Heizungen in Portugal, Irland, Dänemark und Schweden sogar günstiger werden, da dort aktuell höhere CO2-Preise gelten.
Besonders in osteuropäischen Ländern wie Polen, Ungarn und der Slowakei, wo nach wie vor stark auf fossile Brennstoffe gesetzt wird, könnte der neue CO2-Preis jedoch signifikante Mehrbelastungen von bis zu 400 Euro pro Jahr verursachen. Angesichts der geringeren Einkommen könnte dies eine Herausforderung darstellen.
Ein milliardenschwerer Klima-Sozialfonds soll die Belastungen abfedern, indem er gezielte Unterstützung leistet. Ökonom Thomas Schwab betont die Bedeutung präziser nationaler Klima-Sozialpläne und der Kontrolle durch die Europäische Kommission. Zusätzlich fordert die Studie die Förderung klimafreundlicher Heizungssysteme, um die Investitionshürden für Hausbesitzer zu senken.
Letztlich reichen die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung nicht für den kompletten Umbau zu modernen Heiztechnologien. Erforderlich sind nationale Förderprogramme, um den Wandel zu unterstützen. So plant Deutschland bereits einen CO2-Preis im Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne ab 2026, und könnte als Vorreiter fungieren.

