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Review – RoboCop: Rogue City – Aufpolierter Cyborg oder veraltete Blechdose?

13. November 2023, 21:16 Uhr · Quelle: toptechnews.de

Nachdem Teyon vor ein paar Jahren mit Terminator Résistance ein anderes Franchise aus den 80ern wieder aufgegriffen hat, kommt dieses Jahr ein weiterer Kultklassiker zurück, RoboCop.

Mit RoboCop: Rogue City ist der namensgebende CyborgCop zurück auf den Straßen von Detroit. Da die jüngere Generation den Kultfilm von 1987 meist nicht mehr kennt, hier ein kurzes Update über den Hintergrund von Alex J. Murphy aka RoboCop.

Die Geschichte von RoboCop spielt eigentlich im Jahr 2028… ja, zu damaliger Zeit waren die Zukunftsvisionen noch ein bissel anders. Die Polizei ist privatisiert worden und OCP ist der Großkonzern, der die Ordnungshüter in Detroit finanziert. Zusätzlich ist der Konzern natürlich bestrebt kostenorientiert zu agieren und plant dabei, die Gesetzeshüter durch Maschinen zu ersetzten. Mit Forschungen im Bereich der künstlichen Intelligenz stoßen die Entwickler aber an ihre Grenzen und es kommt immer wieder zu Fehlfunktionen.

Als der junge Officer Alex Murphy bei einem Einsatz gegen eine üble Gang, von dessen Oberhaupt schwer verletzt wird und nur noch künstlich am Leben gehalten werden kann, wittern die Ingenieure der Forschungsabteilung ihre Chance und planen eine Maschine, die nicht auf eine künstliche Intelligenz basiert, sondern auf dem Verstand des Officer. In einer waghalsigen „Operation“ wird das Gehirn in einen Prototypen implementiert, der fortan als RoboCop bekannt ist.

Allerdings wird sein Verstand dennoch durch eine künstliche, programmierbare Intelligenz gesteuert, die anfangs anstandslos funktioniert. Mit der Zeit stellt sich aber ein Konflikt zu dem Bewusstsein und dem übrigen Verstand von Alex ein, der für OCP ein Problem darstellt und in der Öffentlichkeit als Fehlfunktion abgetan wird, die behoben werden muss. So gilt es für RoboCop, sich nicht nur gegen das Unrecht in Detroit zu kämpfen, sondern auch den Konflikt zwischen seinen beiden Identitäten in den Griff zu bekommen, um sich seine Persönlichkeit zu erhalten. Wer den Film nicht kennt, sollte diesen Kultstreifen definitiv nachholen, sonst gibt es auch eine Neuverfilmung, die aber nicht an das Original herankommt. (Vorwarnung, wer sich das Original in der unzensierten Version anschaut, bekommt den Streifen in seiner ganzen Brutalität zu sehen).

Aber jetzt springen wir ins Spiel und schauen, ob RoboCop: Rogue City ein würdiger Vertreter des Franchise ist.

Kurz vorweg möchte ich erwähnen, dass unser CyborgCop kein Usain Bolt ist und das Gameplay eher ein wenig gemächlicher ist. Das bedeutet nicht, dass keine Action auf uns wartet (davon gibt es reichlich), aber wir sprinten nicht durch die Gänge, sliden unter Tischen her oder springen wie ein CoD Bunnyhopper über Mauern und durch Gebäude.

Detroit der nahen Zukunft, heruntergekommen, dreckig und kontrolliert von Gangs und Konzernen. Ein neuer, noch unbekannter Charakter ist auf der Bildfläche erschienen und soll mit vielen finanziellen Mitteln ausgestattet sein, um die Stadt weiter ins Verderben zu stürzen und die Kriminalität weiter anheizen. Jetzt buhlen die Gangs um Aufmerksamkeit und so statten wir ins Geschehen als eine Gang einen Fernsehsender übernimmt und droht die Geiseln umzulegen. Die Polizei vor Ort wartet auf Verstärkung und so nimmt RoboCop die Sache in die eigene Hand.

Auf dem Weg ins Aufnahmestudio begegnen wir den Gangmitgliedern, denen wir alle ein bissel Blei verpassen. Dieses Tutorial bringt uns die Steuerung und möglichen Aktionen in Form von Tooltips näher. Neben dem einfachen Geballer scannen wir die Umgebung und finden zusätzliche Informationen, suchen Möglichkeiten um uns Wege zu eröffnen wie einen Fahrstuhl zu aktivieren und brechen Türen auf. Beim Erstürmen von Räumen kommt auch ein Bullettime Event ins Spiel, der die Zeit verlangsamt und uns in Zeitlupe durch Gegnermassen ballern lässt. Am Ende der ersten Mission bekommen wir einen Vorgeschmack, was im Kopf von Murphy vorgeht, der Zwiespalt zwischen dem menschlichen Verstand mit seinen erlittenen Traumata und der Funktion als Maschine im Auftrag der Polizei.

Mit Abschluss von Missionen bekommen wir ein Feedback und Bewertung der erfüllten Aufgaben. Dabei steht natürlich die Hauptmission im Fokus, doch auch zusätzliche kleine Aufgaben werden bewertet… sind beispielsweise alle Geiseln unverletzt oder wurden weitere Beweise gesichert, später kommen noch weitere kleine Ereignisse dazu, die in Form von Nebenaufgaben bewerkstelligt werden können. Diese sind vor allem in den Missionsgebieten, die zwar geschlossene Areale sind, aber frei erkundet werden können. So gaukelt uns das Spiel eine kleine offene Welt vor, in der wir abseits der eigentlichen Aufgabe der täglichen Polizeiarbeit nachgehen können, um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen.

Strafzettel für Falschparker, Verwarnungen für illegale Müllentsorgung oder Klärung eines Mordfalls oder kleine Vergehen wie Sprayern das Handwerk legen, was nach Ansicht von OCP finanziell eigentlich nicht attraktiv sei. Aber wir wollen ja zu Gunsten der Gerechtigkeit und nicht kapitalistisch handeln. Diese Aufgaben bekommen wir über den Polizeifunk zugespielt oder finden Hinweise beim Scannen der Umgebung. Je mehr Erfahrung wir sammeln, um so schneller können wir unsere Fähigkeiten verbessern und steigen dazu, zusätzlich noch im Ansehen der Bevölkerung, um der Gerechtigkeit Genüge zu tun.

Die Schusswechsel fühlen sich in Anbetracht der eigentlichen Trägheit von RoboCop aber relativ dynamisch an und auch die Gegner verhalten sich nicht ganz so plump und stocken dämlich wie manch einer erwarten würde. Ich bin ganz ehrlich und muss sagen, dass ich im Vorfeld von den Gegnern nicht viel erwartet und mit mehr digitalen Idioten gerechnet habe, aber die Gegner nutzen Deckungen und versuchen sogar von zwei Seiten zu kommen, was dem ganzen ein wenig mehr Spannung verpasst. Die Umgebung ist teilweise zerstörbar und dabei wird beispielsweise die ein oder andere Säule arg in Mitleidenschaft gezogen, wenn sie als Deckung gewählt wurde… aber was soll’s, auch in Detroit der nahen Zukunft sollte es Maurer und gute Innenausstatter geben.

Mit den erhaltenen Erfahrungspunkten schaltet ihr Fähigkeitspunkte frei, die wir auf verschiedene Kategorien verteilen können, um stärker zu werden. Mehr Schaden, mehr Rüstung oder Leben, Mobilität oder Hervorheben von vorteilhaften Antworten in Gesprächen und zusätzliche Aktionen können so aktiviert werden, um mit den zukünftigen Gefahren besser fertig zu werden.

Um die Entwicklung von RoboCop schnell voranzutreiben, ist es auf jeden Fall von Vorteil ein genaues Bild der Umgebung zu machen und Möglichkeiten aufzutun, um viele Erfahrungspunkte zu sammeln.

Teyon hat sich bei der Gestaltung und Design von RoboCop: Rogue City stark an seiner Filmvorlage gehalten, selbst die Gestaltung des Polizeireviers, der Fahrzeuge und vor allem die Stadt selbst sind so überzeugend umgesetzt worden, das man sich zurückgesetzt fühlt ins Jahr 1987 als der Streifen über die Mattscheibe flimmerte. Was absolut in die Kategorie Fan Service gehört, sind die Gestaltung von RoboCop selbst, wie es der Film nicht hätte besser machen konnen, andere bekannte Charaktere und die Synchronsprecher, wie Peter Weller, der wie im Original die Hauptrolle übernimmt. Ebenfalls wurde auch Nancy Allen als Officer Anne Lewis mit ins Spiel übernommen und nimmt wieder die Rolle als Sidekick ein.

Detroit wird als die heruntergekommene Stadt dargestellt, wie es seinerzeit auch der Film tat und beherbergt allerhand skurrile Gestalten. Drogen und Gewalt sind an der Tagesordnung und bestimmen den Alltag der einfachen Bürger, wo ein aufpolierter Cyborg für Ordnung sorgen muss.

Bei den Charakteren, die im Fokus stehen ist das Design und die Details wie die Synchronisation ein wenig besser ausgefallen, als bei den üblichen Bewohnern Detroits, die im Gegensatz ab und an ein wenig marionettenhaft rüberkommen und bei der Syncro gespart wurde. Trotzdem bekommt das Aussehen definitiv mehr als nur einen nostalgischen Daumen nach oben.

Bei der Altersfreigabe haben die zuständigen Institutionen dem Spiel einen roten Stempel mit der 18 aufgedrückt. In Anbetracht der dargestellten Gewalt und Brutalität in Form von platzenden Köpfen und abgetrennten Gliedmaßen, wenn diese mit der Großkalibermunition aus RoboCops Waffe Bekanntschaft machen und der Recht deutlichen Ausdrücken und Sprache, ist es durchaus gerechtfertigt und verwundert mich in keinster Weise. (Aber pssssssst, nicht zu laut sagen, mir gefällt es und gehört bei der Vorlage dazu).

RoboCop ist für die Playstation 5, Xbox Series X/S und PC seit dem 2. November 2023 erhältlich.

Review – RoboCop: Rogue City – Aufpolierter Cyborg oder veraltete Blechdose?
7.5
Grafik
8
Sound
7
Steuerung
8
Spiele Spaß
7
Preis Leistung
Gesamtwertung 7.5 / 10
Unser Fazit
Die Entwickler bei Teyon haben bei RoboCop: Rogue City alles richtig gemacht um das Feeling der damaligen originalen Verfilmung in ein Spielformat zu packen. RoboCop: Rogue City ist kein Toptitel, aber auf jeden Fall ein "Must Have" für Fans des Franchise und guter Singleplayer Shooter mit dem Hang zur etwas brutaler en Unterhaltung. Das Gameplay ist durch die Trägheit des Protagonisten zwar ein wenig anders als man es von klassischen Shooter kennt, hält sich aber mit Aktion nicht zurück. Die lineare Story bietet abseits der Hauptmissionen zusätzlich einiges an Nebenmissionen um in Detroit der nahen Zukunft für Gerechtigkeit zu sorgen. Reinforcements have arrived!
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[toptechnews.de] · 13.11.2023 · 21:16 Uhr
[1 Kommentar]
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