Resident Evil Requiem: Geringe Hardware-Hürden, aber eine unüberwindbare Windows-11-Mauer
Während die Vorbestellungen für Resident Evil Requiem anlaufen und ein dedizierter Showcase für das kommende Frühjahr die Vorfreude anheizt, hat Capcom still und heimlich die Steam-Seite des Spiels aktualisiert. Die dort enthüllten PC-Systemanforderungen lassen die Herzen vieler PC-Spieler zunächst höherschlagen, denn sie bewegen sich in einem erstaunlich moderaten Rahmen. Was auf den ersten Blick wie eine gute Nachricht für Besitzer etwas betagterer Gaming-Rechner wirkt, offenbart bei genauerem Hinsehen jedoch einen gewaltigen Haken, der eine hitzige Debatte auslösen dürfte und eine kontroverse Firmenpolitik zementiert.
Die erfreulich genügsame Hardware
Ein Blick auf die Spezifikationen sorgt für Erleichterung: Für ein minimales Spielerlebnis genügt bereits ein Intel Core i5-8500 oder ein AMD Ryzen 5 3500, gepaart mit 16 GB Arbeitsspeicher und einer GeForce GTX 1660 oder Radeon RX 5500 XT. Auch die empfohlenen Anforderungen bleiben mit einem Core i7-8700 oder einem Ryzen 5 5500 sowie einer RTX 2060 Super oder Radeon RX 6600 absolut im Bereich des Machbaren für einen AAA-Titel, der für 2026 angesetzt ist. Die Entscheidung, durchgehend auf 16 GB RAM zu setzen, ist mittlerweile Branchenstandard, doch die genügsamen Grafikkarten-Ansprüche sind eine willkommene Abwechslung im Zeitalter explodierender Hardware-Anforderungen. Die Angabe zum benötigten Speicherplatz fehlt zwar noch, doch das ist angesichts der laufenden Entwicklung nachvollziehbar.
Die unumstößliche Betriebssystem-Barriere
Der eigentliche Stein des Anstoßes und die größte rote Flagge im gesamten Anforderungskatalog ist jedoch eine einzige, unumstößliche Zeile: Windows 11 (64-Bit) ist zwingend erforderlich. Diese Entscheidung folgt auf dem Fuße einer ähnlichen, stark kritisierten Ankündigung von Capcom bezüglich zukünftiger Updates für Monster Hunter Wilds. Nachdem Microsoft am 14. Oktober offiziell die Sicherheitsupdates für Windows 10 eingestellt hat, scheint Capcom nun eine harte Linie zu fahren und das ältere Betriebssystem konsequent von seinen zukünftigen Titeln auszuschließen. Selbst für Spieler, die sich in das kostenpflichtige Programm für erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) eingeschrieben haben, dürfte dieser Weg versperrt bleiben. Die Botschaft ist klar: Wer die Zukunft von Capcoms großen Marken auf dem PC erleben will, wird zum Upgrade gezwungen.
Eine erzwungene Evolution
Mit dem Release-Datum am 27. Februar 2026 für Xbox Series X/S, PS5 und PC bleibt zwar noch etwas Zeit, doch die Fronten sind geklärt. Capcom schafft eine künstliche Barriere, die potenziell Millionen von Spielern, die aus verschiedensten Gründen noch an Windows 10 festhalten, den Zugang verwehrt. Die Zugänglichkeit durch moderate Hardware-Anforderungen wird durch den rigiden Software-Zwang konterkariert. Es ist eine erzwungene Evolution, die bei der Community auf wenig Gegenliebe stoßen dürfte und die Frage aufwirft, wie viele Spieler bereit sind, diesen Schritt für ein einziges Spiel zu gehen.


