Rekordjagd: Goldpreis klettert auf neues Allzeithoch
Der Goldpreis schoss am Montag auf einen neuen Rekordwert und steuert damit auf den größten jährlichen Anstieg seit über 45 Jahren zu. Die Gold-Futures erreichten beeindruckende 3.750 US-Dollar, während der Preis für sofortige Lieferungen über 3.700 US-Dollar pro Unze lag. Im bisherigen Jahresverlauf konnte das Edelmetall um mehr als 40% zulegen, das beste Jahr seit 1979, wie Analysen der Carson Group zeigen.
Der phänomenale Kursanstieg wird teilweise auf die Erwartungen eines Zinssenkungszyklus der US-Notenbank zurückgeführt, der letzte Woche mit einer Senkung um 25 Basispunkte begann und zwei weitere Kürzungen bis 2025 vorsah. Ein schwächerer Dollar gab Gold ebenfalls Rückenwind, da es in US-Währung gehandelt wird. Der Dollarindex, der den Greenback gegen einen Korb von Währungen misst, ist seit Jahresbeginn um etwa 10% gefallen.
Investoren zeigten ein starkes Interesse an physisch gesicherten börsengehandelten Fonds (ETFs), deren Zuflüsse ein Drei-Jahres-Hoch erreichten. Zentralbanken, insbesondere aus Schwellenländern wie Russland, China und Indien, stockten ebenfalls ihre Goldreserven auf, um ihre Währungen gegenüber dem Dollar abzusichern. Laut John Stoltzfus, Chef-Anlagestratege bei Oppenheimer, handeln diese Akteure in großem Maßstab.
Während Gold den S&P 500 und sogar Bitcoin weit übertraf, die um 13% bzw. 20% im gleichen Zeitraum zulegten, ergab eine jüngste Umfrage der Bank of America bei Fondsmanagern, dass lediglich 39% eine nennenswerte Allokation in Gold angaben, wobei der gewichtete Durchschnitt bei nur 2,3% lag.
Analysten von Goldman Sachs bemerkten kürzlich, dass der aktuell starke Anstieg des Goldpreises durch "Überzeugungskäufe" unterstützt werde, zu denen ETFs, spekulative Positionierungen und erneut ansteigende Nachfrage von Zentralbanken nach einer saisonalen Sommerflaute zählen. Das Unternehmen bekräftigte sein Preisziel von 4.000 US-Dollar pro Unze bis Mitte 2026.

