Rekordimporte drücken US-Wirtschaft ins Minus
Die amerikanische Wirtschaft musste im ersten Quartal einen Rückgang verzeichnen, was vor allem auf einen rasanten Anstieg der Einfuhren zurückzuführen ist. Laut ersten Zahlen des US-Handelsministeriums sank das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal um annualisierte 0,3 Prozent. Zuvor hatte die US-Wirtschaft im vierten Quartal des Vorjahres noch ein Wachstum von 2,4 Prozent verbucht. Wirtschaftsexperten hatten einen Rückgang von 0,2 Prozent erwartet.
Präsident Donald Trump hatte Anfang April Zölle für nahezu alle Länder angekündigt, die teilweise wieder reduziert wurden. Dennoch zeigte sich bereits vorher ein deutlicher Anstieg der Importe im März, da Unternehmen offenbar noch einmal ausländische Produkte aufstockten. Diese Entwicklung belastete das Wirtschaftswachstum und führte zu einem negativen Effekt von fast fünf Prozentpunkten – ein bisheriger Rekord.
Während die Konsumausgaben lediglich um annualisierte 1,8 Prozent zulegten und damit den niedrigsten Anstieg seit Mitte 2023 verzeichneten, stabilisierte sich die Wirtschaft in anderen Bereichen. Besonders positiv entwickelten sich die Ausrüstungsinvestitionen, die so stark wie seit 2020 nicht mehr zulegten.
"Das schwache erste Quartal lässt sich vorrangig mit Sondereffekten erklären und ist noch kein Signal für eine markante Abschwächung des Wachstums", erläuterte Commerzbank-Analyst Christoph Balz. Er betonte, dass die robuste Inlandsnachfrage weiterhin dafür spreche, dass die USA eine Rezession trotz der Zollthematik vermeiden können, auch wenn die Abwärtsrisiken zugenommen haben.
Die USA berechnen Wachstumszahlen auf annualisierter Basis, was bedeutet, dass sie auf das gesamte Jahr hochgerechnet werden. In Europa wird hingegen eine andere Berechnungsmethode angewandt, weshalb direkte Vergleiche schwierig sind. Für eine ähnliche Vergleichsbasis müsste die US-Raten-Berechnung geviertelt werden.

