Regionaler Aufruhr – Warnstreiks bei Awo in NRW weiten sich aus

Die aktuell anhaltenden Warnstreiks bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Nordrhein-Westfalen zeigen eine beachtliche Dynamik. Nicht nur die Kindertagesstätten, sondern auch die Nachmittagsbetreuung an Grundschulen sind betroffen. Besonders in den Regionen Ruhrgebiet und Münsterland hat die Gewerkschaft Verdi ihre Präsenz verstärkt.
Am Freitag, dem 6. Februar, stehen große Teile des Rhein-Ruhr-Gebiets im Mittelpunkt der Arbeitsniederlegungen. Städte wie Münster, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herne, Bochum und Bottrop verzeichnen erhebliche Einschränkungen in Kitas, den offenen Ganztagsschulen und weiteren sozialen Einrichtungen. Verdi prognostiziert, dass mehr als die Hälfte der über 70 Einrichtungen in diesen Gebieten geschlossen bleiben.
Für Eltern besonders relevant sind die offeneren Ganztagsschulen (OGS), von denen die Awo mehr als 100 in ihrem Trägerverbund zählt. Bereits am Montag, den 9. Februar, soll die Streikwelle auch Metropolregionen wie Düsseldorf, Wuppertal, Duisburg, Meerbusch und Neuss erfassen. Dieses Vorhaben betrifft Kitas, OGS sowie Berufsbildungszentren, Verwaltungseinheiten und Seniorenzentren der Awo. Das Familienministerium rät Eltern, Informationskanäle und Notgruppenangebote genau im Auge zu behalten. Gleiches gilt für das Schulministerium, welches betont, dass die Verantwortung bei den Trägern der Einrichtungen liegt, wie dies auch in den Betreuungsverträgen festgelegt ist.
Hintergrund dieser Aktionen bildet der schwelende Tarifkonflikt. Verdi fordert eine Erhöhung von 500 Euro brutto monatlich für Mitarbeiter und 300 Euro für Auszubildende, was eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von rund 13 Prozent darstellt. Arbeitgeber kritisieren diese Forderungen als übermäßig. Derzeit sind in NRW 519 OGS und 840 Kitas unter der Trägerschaft der Awo, während die zweite Tarifverhandlungsrunde für den 10. Februar angesetzt ist.

