Regeneron übernimmt 23andMe: Was passiert mit der genetischen Schatztruhe?
Die Insolvenzanmeldung des Genanalyse-Dienstleisters 23andMe im März hat weitreichende Diskussionen über die Zukunft der genetischen Daten von rund 15 Millionen Kunden entfacht. Nun hat sich der Pharmariese Regeneron in einem überraschenden Schachzug die Dienste des bankrotten Unternehmens für 256 Millionen US-Dollar gesichert. Trotz der Versicherung von Regeneron, die Datenschutzpraktiken von 23andMe beizubehalten, sorgt die geplante Nutzung der genetischen Daten zur Entwicklung neuer Medikamente für stirnrunzelnde Bedenken.
Der Interim-CEO von 23andMe, Joseph Selsavage, offenbarte jüngst vor einem Untersuchungsausschuss, dass 1,9 Millionen Menschen – etwas 15% der Kundenbasis – die Löschung ihrer Daten beantragt haben. Diese Entwicklungen geschehen vor dem Hintergrund rechtlicher Schritte aus über zwei Dutzend US-Bundesstaaten, die den Verkauf der sensiblen Daten anfechten und auf die Einholung einer expliziten Zustimmung seitens der Kunden pochen.
Die Kunden erhalten jedoch Optionen, sich zu schützen: Durch das Einloggen in ihr 23andMe-Konto können sie ihre Daten löschen lassen, jedoch mit der Einschränkung, dass das Unternehmen bestimmte Informationen rechtlich bedingt speichern muss. Darüber hinaus können Nutzer ihre Einstellungen zur Speicherung ihrer DNA-Proben und zur Verwendung ihrer Daten für Forschung ändern. Vorsichtshalber wird Kunden geraten, mit ihren Verwandten zu sprechen, da deren DNA-Daten ebenfalls indirekt betroffen sein können.

