Regelung zu Jahresrezepten: Ein Durchbruch für Chroniker in Sicht
Die geplante gesetzliche Neuregelung, die chronisch Kranken langfristige Besuche beim Arzt für wiederkehrende Rezepte ersparen soll, nimmt Gestalt an. Gesundheitsministerin Nina Warken, CDU, zeigt sich optimistisch hinsichtlich einer raschen Einigung. Im Gespräch mit der 'Bild am Sonntag' unterstrich sie die Notwendigkeit, überflüssige Arztkontakte zu vermeiden und die bisherige Praxis der quartalsweisen Besuche zu überdenken.
Dies sei besonders relevant angesichts der begrenzten Ressourcen im Gesundheitswesen. Bereits Anfang 2025 soll eine Gesetzesinitiative der Ampel-Koalition in Kraft treten, die vorsieht, dass Praxen eine 'Versorgungspauschale' für Patienten mit leichten chronischen Erkrankungen erhalten.
Diese soll bewirken, dass regelmäßige Quartalsbesuche lediglich aus Abrechnungsgründen der Vergangenheit angehören. Ärzte könnten demzufolge eine Pauschale für eine Betreuung von bis zu einem Jahr geltend machen. Eine endgültige Regelung durch den Bewertungsausschuss ist bis spätestens 31. August 2025 zu erwarten.
Die Ministerin mahnte, bei weiteren Verzögerungen die Möglichkeit behördlicher Maßnahmen in Betracht zu ziehen. Unterdessen äußerte Stefanie Stoff-Ahnis vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen positive Worte über die Initiative der Jahresrezepte und deren Ergänzungsoptionen. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung, vertreten durch einen Sprecher, erkennt die Komplexität der bevorstehenden Aufgaben, geht jedoch von einer Einigung bis zum Frühjahr aus.

