Reformsturm in Europa: Wirtschaftsinitiative fordert radikalen Kurswechsel

In Anbetracht des bevorstehenden informellen EU-Gipfels zur Wettbewerbsfähigkeit erhebt die Wirtschaftsinitiative "Made for Germany" ihre Stimme mit eindringlichen Worten. Die europäische Industrie stehe unter gewaltigem Druck, so das Bündnis, das von 123 Unternehmen und Investoren getragen wird. Ihre Forderung: Bürokratie abbauen und tiefgreifende Reformen vornehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Europa sieht sich in einem globalen Wettbewerb mit Staaten konfrontiert, die industriell lenken, gezielt deregulieren und Schlüsseltechnologien skalieren. Vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungsoberhäupter äußert die Initiative ihre Sorge, dass viele europäische Unternehmen täglich an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Wachstum müsse zur obersten Priorität erklärt werden, um europäische Souveränität zu wahren.
Die Initiative, die unter anderem von Siemens und der Deutschen Bank unterstützt wird, fordert den Abbau von Regulierungshürden und die Stärkung des Kapitalmarkts. Zudem drängt sie auf raschen Abschluss der Freihandelsabkommen mit Indien und den Mercosur-Staaten, um den technologischen Fortschritt und das Wachstum in Europa zu fördern.
Roland Busch, CEO von Siemens, pocht darauf, dass Europa im globalen Wettbewerb nicht zurückfallen dürfe. Europa müsse die entscheidenden Technologien beherrschen, die für Industrie, Energieversorgung und Sicherheit elementar sind. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing erkennt ein Potenzial zur Aufholjagd. "Das Interesse an Investitionen in Europa ist groß und könnte bei Weichenstellung noch wachsen", erklärt er. Die Initiative "Made for Germany" kündigte schon vergangenen Sommer an, über 800 Milliarden Euro in Deutschland investieren zu wollen, jedoch sind Details über den Anteil der Neuinvestitionen noch offen.

