Reformpläne für den Netzausbau: Zündstoff für die Energiewende
Die Bundeswirtschaftsministerin plant eine tiefgreifende Reform des Stromnetzausbaus und der erneuerbaren Energien. Der Gesetzentwurf sieht vor, den Ausbau von erneuerbaren Energieanlagen besser mit dem Netzausbau zu synchronisieren, um Kosten zu senken. Ein umfassendes 'Netzpaket' erregte bereits die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und führte zu erheblicher Kritik. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge bezeichnete die Pläne als 'Angriff' auf die Energiewende, was eine spannende Debatte auslöst.
Ministerin Katherina Reiche hat vergangenes Jahr Maßnahmen zur besseren Steuerung der Energiewende angekündigt. Um die Kosteneffizienz des Energiesystems zu verbessern, sollen teure Abregelungen vermieden werden. Dabei kämpfen die Stromnetze trotz Fortschritten weiterhin mit Herausforderungen.
Der im Norden erzeugte Windstrom muss über neue Leitungen in den Süden transportiert werden. Um Netzengpässe zu vermeiden, wird oftmals die Leistung von Wind- und Solaranlagen gedrosselt, was als Redispatch bekannt ist und Entschädigungen für Betreiber nach sich zieht.
Eine Neuerung des Entwurfs ist der geplante 'Redispatchvorbehalt', der in kapazitätslimitierten Netzgebieten zur Streichung von Entschädigungen führen könnte. Somit sollen diese Kosteneinsparungen zu einer Senkung der Netzentgelte und letztlich der Strompreise für Verbraucher führen.
Weiterhin wird vorgeschlagen, dass Betreiber von erneuerbaren Anlagen sich über 'Baukostenzuschüsse' an der Finanzierung des Netzausbaus beteiligen. Diese Reformideen stoßen auf Widerstand, da sie befürchten lassen, dass ein wirtschaftlicher Betrieb neuer Solaranlagen erschwert wird.
Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner plädiert für einen schnelleren Ausbau von Wind- und Solaranlagen sowie eine intensivere Digitalisierung. Branchenvertreter, wie Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft, warnen davor, dass der Wegfall von Entschädigungen den Ausbau erneuerbarer Energien und damit den Klimaschutz gefährdet.

