Reformen gefordert: Arbeitgeberpräsident Dulger mahnt zu mutigen Schritten
Rainer Dulger, der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, hat die Bundesregierung inmitten der wirtschaftlichen Herausforderungen eindringlich zu mehr Mut bei Reformen aufgerufen. Bei seiner Rede auf dem Arbeitgebertag in Berlin betonte er die Notwendigkeit für mehr Ambitionen innerhalb der Regierungskoalition. Dulgers Worte zielten auf das Versprechen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ab, der einen „Herbst der Reformen“ in Aussicht gestellt hatte. Der Präsident bedauerte, dass bislang weder ein umfassender wirtschaftlicher Kurswechsel noch ein beschleunigter Reformprozess in Sicht seien.
Dulger äußerte das Verlangen der Unternehmerwelt nach schnellem Handeln und sofortigen Ergebnissen. Deutschland habe großes Potenzial, das bislang ungenutzt bliebe. Der politische Kurs müsse klar und greifbar werden, statt sich in negativen Abgrenzungen zu verlieren. Besonders in der aktuellen politischen Lage, in der die AfD durch hohe Umfragewerte punktet, sei es entscheidend, dass die etablierten Parteien der Mitte Lösungen präsentieren und das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen.
Die übermäßige Bürokratie, hohe Energiepreise und steigende Sozialabgaben wurden von Dulger als selbstgemachte Hürden bezeichnet, die es zu überwinden gelte. Nach zwei Jahren der Rezession könnten Ökonomen für das laufende Jahr in Deutschland bestenfalls eine Stagnation voraussagen, während im kommenden Jahr moderates Wachstum erwartet werde.
Zum Abschluss lobte Dulger die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für ihre Standhaftigkeit und ihren Einsatz für tiefgreifende Sozialreformen und eine längere Lebensarbeitszeit. Er ermutigte sie, dieser Linie treu zu bleiben.

