Ray Dalio kritisiert Bitcoin: Datenschutzrisiken, Kontrollbedenken und die Quantenfrage

Ray Dalio äußerte am Dienstag erneut Zweifel an Bitcoins Status als sicherer Hafen und argumentierte, dass die Kryptowährung im Vergleich zu Gold in Bezug auf Datenschutz, institutionelle Eignung und Marktstruktur noch immer hinterherhinkt. In einem Interview am 3. März im All-In-Podcast erklärte der Milliardär und Hedgefonds-Gründer, dass diese Schwächen erklären, warum Bitcoin sich im aktuellen makroökonomischen Zyklus nicht wie Gold verhält.
Auf die Frage, warum Bitcoin hinterherhinkt, während Gold zulegt, verwies Dalio zunächst auf Überwachung und Kontrolle. „Bitcoin bietet keinen Datenschutz. Alle Transaktionen können überwacht und möglicherweise indirekt kontrolliert werden“, sagte er. Er zog eine Verbindung von diesem Merkmal zur staatlichen Akzeptanz und erklärte, dass Zentralbanken Bitcoin nicht kaufen und halten wollen. Dies betreffe nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Institutionen und Zentralbanken.
Dalios Argumentation basiert auf Schuldenstress, monetärer Entwertung und der Suche nach politisch neutralen Reservewerten. In diesem Kontext bleibt Gold der Maßstab. Er beschrieb es nicht als spekulative Ware, sondern als „das etablierteste Geld“ und „die zweitgrößte Reservewährung, die Zentralbanken halten“, und betonte seine Rolle aufgrund von Übertragbarkeit, Knappheit und der Tatsache, dass es keine Verbindlichkeit einer anderen Partei darstellt.
Bitcoin hingegen weist laut Dalio Unterschiede auf. Neben dem Datenschutz hob er technologische Unsicherheiten und die Natur der Investorenbasis hervor. „Es gibt Fragen oder Überlegungen zur Entwicklung neuer Technologien wie Quantencomputing. Können dadurch Probleme entstehen?“, fragte er. Zudem wies er darauf hin, dass Bitcoin eine hohe Korrelation mit Technologiewerten aufweist.
Dalios Hauptkritikpunkt ist, dass Bitcoin theoretisch als alternatives monetäres Asset betrachtet werden kann, in der Praxis jedoch wie ein Risiko-Asset gehandelt wird. „Wenn jemand in einer Sache unter Druck gerät, verkauft er etwas, was er sonst noch hat“, sagte er und argumentierte, dass die Angebots- und Nachfragedynamik von Bitcoin durch Stress in Portfolios beeinflusst wird, was bei Gold nicht der Fall ist. Er bezeichnete den Bitcoin-Markt zudem als „relativ klein“ und „relativ kontrollierbar“.
Reaktionen aus der Bitcoin-Community
Die Äußerungen von Dalio stießen schnell auf Widerstand von Bitcoin-Befürwortern, die weniger auf Dalios makroökonomische Argumentation eingingen, sondern darauf, ob er die langfristige Entwicklung von Bitcoin unterschätzt. Der Investor Vijay Boyapati argumentierte, dass Dalio „nicht vollständig versteht, warum Zentralbanken Gold besitzen“ und dass diese Bestände teilweise als Schutz gegen die Möglichkeit bestehen, dass Gold mit staatlichen Währungen konkurriert.
Bitwise CIO Matt Hougan nahm eine marktorientierte Perspektive ein: „Einige hören Kritik; ich höre eine Chance. Das sind die Gründe, warum Bitcoin 4% der Größe von Gold ausmacht. Wenn diese Kritiken nicht existierten, wäre Bitcoin bereits bei etwa $750.000 pro Coin. Ich investiere in Bitcoin, weil ich überzeugt bin, dass sich diese Dinge im Laufe der Zeit ändern werden.“
Abra-CEO Bill Barhydt argumentierte, dass die Volatilität und der kleinere Markt von Bitcoin Merkmale eines jüngeren monetären Assets sind und nicht als Beweis für ein Scheitern gelten sollten, während er auch die Schwere von Dalios Quantenbedenken in Frage stellte.
Der Zcash-Gründer Zooko Wilcox reagierte mit einem kurzen Kommentar: „Ich freue mich darauf, dass Ray Dalio von Zcash erfährt.“
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin bei $69.660.

