Raumfahrt in Deutschland: BDI fordert ambitionierte Investitionen zur globalen Aufholjagd
Eine neu veröffentlichte Studie des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Unternehmensberatung Roland Berger hebt die dringende Notwendigkeit hervor, dass Deutschland und Europa höhere Investitionen tätigen müssen, um ihren Rückstand gegenüber führenden Raumfahrtnationen wie den USA und China aufzuholen. Seit einigen Jahren klafft eine immer größer werdende Lücke zugunsten der beiden Großmächte, was weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Industrie mit sich bringt.
Die Untersuchung, die anlässlich eines Weltraumkongresses in Berlin vorgestellt wurde, beleuchtet das immense Wachstumspotenzial des globalen Marktes für weltraumgestützte Infrastruktur und Dienstleistungen. Dieser soll sich bis 2040 von aktuell knapp 500 Milliarden Euro auf beeindruckende 2.000 Milliarden Euro vervierfachen.
Das deutsche Ingenieurs-Know-how, ein wesentliches Asset, das in der Raumfahrt mangelnde Fachkompetenzen kompensieren könnte, bietet der heimischen Wirtschaft signifikante Chancen. Dennoch bemängelt die Studie die jahrzehntelange Unterfinanzierung der deutschen Raumfahrt.
Im Vergleich zu den USA, die mehr als 10.000 eigene Satelliten betreiben, verfügt Deutschland bislang nur über etwas mehr als 80, während China über 900 eigene Satelliten in Betrieb hat und die Tendenz weiter steigt. Besonders kritisch ist die Abhängigkeit von amerikanischen Satellitennetzwerken, da es bislang keine gleichwertigen deutschen oder europäischen Alternativen gibt. Diese Unabhängigkeit ist essentiell, da weltraumgestützte Daten nicht nur für Verteidigungszwecke, sondern auch für zentrale industrielle Prozesse von grundlegender Bedeutung sind.

