Ransomware: Fast jedes zweite Unternehmen zahlt – oft nach Verhandlung

24. Juni 2025, 16:44 Uhr · Quelle: Pressebox
Fast 50 Prozent der Unternehmen haben 2025 das Ransomware-Lösegeld bezahlt, mit einer durchschnittlichen Zahlung von 1 Million US-Dollar, wobei 53 Prozent der Firmen erfolgreich niedrigere Beträge aushandelten. Ressourcenmangel und ausgenutzte Schwachstellen bleiben zentrale Risikofaktoren für Angriffe.

Wiesbaden, 24.06.2025 (PresseBox) - Der neue „State of Ransomware 2025“-Report von Sophos bestätigteine durchschnittliche Lösegeldzahlung von 1 Million US-Dollar (€ 869.591). Neu ist, dass 53 Prozent der Unternehmen einen niedrigeren Betrag als die ursprüngliche Forderung ausgehandelt haben.

Sophos veröffentlicht heute seinen sechsten jährlichen „State of Ransomware“-ReportDie unabhängige Umfrage unter 3.400 IT- und Cybersicherheits-Verantwortlichen in 17 Ländern untersucht die Auswirkungen von Ransomware-Angriffen auf Unternehmen. Die diesjährige Analyse ergab, dass international fast 50 Prozent der Unternehmen das Lösegeld gezahlt haben, um ihre Daten zurückzubekommen. Dies repräsentiert die zweithöchste Rate an Zahlungen für Lösegeldforderungen seit sechs Jahren (Höchststand war im 2024-Report mit 56 Prozent). Im neuesten Report war die Zahlungsbereitschaft der Opfer in Deutschland (63 Prozent) und in der Schweiz (54 Prozent) überdurchschnittlich hoch.

Unternehmen verhandeln Lösegeldzahlungen

Trotz des hohen Prozentsatzes an Unternehmen, die das Lösegeld gezahlt haben, zahlten mit 53 Prozent mehr als die Hälfte weniger als ursprünglich von den Cyberkriminellen gefordert. Auch die betroffenen Unternehmen in Deutschland (47 Prozent) und vor allem in der Schweiz (65 Prozent) zeigten ihr Verhandlungsgeschick mit den Cyberkriminellen und zahlten ebenfalls geringere Beträge als ursprünglich gefordert.

Die durchschnittliche Lösegeldforderung sank zwischen den Berichten der letzten beiden Jahre aus internationaler Perspektive um ein Drittel. Gleichzeitig ging die durchschnittliche Lösegeldzahlung um 50 Prozent zurück. Diese Entwicklung zeigt, dass Unternehmen zunehmend erfolgreich bei der Minimierung der Auswirkungen von Ransomware-Angriffen sind.

Lösegeldforderungen und -zahlungen variieren stark nach Ländern

Weltweit lag die durchschnittliche Lösegeldforderung (Median) bei 1.324.439 Million Dollar (€ 1.159.905). Auf Landesebene sind die Mediane der Forderungshöhen allerdings sehr unterschiedlich, hier einige Beispiele:

  • 600 Tsd. Dollar (€ 525 Tsd.) in Deutschland
  • 643 Tsd. Dollar (€ 563 Tsd.) in Frankreich
  • 4,12 Mio. Dollar (€ 3,61 Mio.) in Italien
  • 5,37 Mio. Dollar (€ 4,7 Mio.) inGroßbritannien
  • 2,0 Mio. Dollar (€ 1,75 Mio.) in den USA
Da die Unternehmen teilweise das Lösegeld verhandelten, ist die weltweite durchschnittliche Lösegeldzahlung (Median) niedriger als die Forderung und liegt bei rund 1 Million Dollar (€ 869.591).

Die regional bezahlten Lösegeldsummen belaufen sich in den Beispielländern auf:

  • 412 Tsd. Dollar (€ 361 Tsd.) in Deutschland
  • 232 Tsd. Dollar (€ 203 Tsd.) in Frankreich
  • 2,06 Mio. Dollar (€ 1,8 Mio.) in Italien
  • 5,20 Mio. Dollar (€ 4,55 Mio.) inGroßbritannien
  • 1,50 Mio. Dollar (€ 1,53 Mio.) in den USA
Schwachstellen und Ressourcenknappheit sind maßgebliche Risikofaktoren

Zum dritten Mal in Folge waren ausgenutzte Schwachstellen die häufigste technische Ursache für Angriffe. 40 Prozent aller befragten Ransomware-Opfer gaben an, dass die Angreifer eine ihnen nicht bekannte Sicherheitslücke ausnutzten. In Deutschland und der Schweiz stellt sich diese Situation mit 45 Prozent beziehungsweise 42 Prozent sogar noch verschärfter dar. Dies verdeutlicht die anhaltenden Schwierigkeiten von Unternehmen, ihre Angriffsfläche zu erkennen und zu sichern.

63 Prozent der befragten Unternehmen weltweit bestätigen, dass Ressourcenprobleme ein Faktor dafür waren, dass sie Opfer des Angriffs wurden. Die Unternehmen in Deutschland (67 Prozent) und in der Schweiz (72 Prozent) liegen hierbei sogar über dem internationalen Schnitt. Global wurden in diesem Zusammenhang mangelnde Fachkenntnisse als wichtigste operative Ursache in Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern genannt. Unternehmen mit 251 bis 500 Mitarbeitern kämpften am häufigsten mit einem Mangel an personellen Ressourcen bzw. Kapazitäten.

Interne wie externe Ressourcen sind entscheidend

„Im Jahr 2025 sehen die meisten Unternehmen die Gefahr, Opfer eines Ransomware-Angriffes zu werden, als einen Teil des Geschäftsalltags. Die gute Nachricht ist, dass sich viele Organisationen dank dieses gestiegenen Bewusstseins mit zusätzlichen Ressourcen ausstatten, um den Schaden zu begrenzen. Dazu gehört die Einstellung von Incident-Response-Spezialisten, die nicht nur die Lösegeldzahlungen senken können, sondern auch die Wiederherstellung nach einer Attacke beschleunigen und sogar laufende Angriffe stoppen können“, sagt Chester Wisniewski, Field CISO bei Sophos. „Ein echter Game Changer im Kampf gegen Ransomware ist die Konzentration auf die Ursachen der Angriffspotenziale. Dazu gehören vor allem ausgenutzte Schwachstellen, mangelnde Transparenz bei der Angriffsfläche im Unternehmen und zu wenige Ressourcen. Wir beobachten, dass immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie Hilfe benötigen und zur Verteidigung auf MDR-Dienste, also Managed Detection and Response, setzen. Dieser Cybersecurity-Service in Verbindung mit proaktiven Sicherheitsstrategien wie Multi-Faktor-Authentifizierung und Patching leistet einen entscheidenden Beitrag, Ransomware von vornherein zu verhindern.“

Weitere wichtige Erkenntnisse aus dem „State of Ransomware 2025“-Report

  • Zunehmend mehr Unternehmen stoppen Angriffe während der Ausführung: 44 Prozent der Unternehmen (42 Prozent in Deutschland und 46 Prozent in der Schweiz) konnten den Ransomware-Angriff stoppen, bevor Daten verschlüsselt wurden – ein Sechsjahreshoch. Die Datenverschlüsselung war folglich auf einem Sechsjahrestief, da nur die Hälfte der Unternehmen mit einer Datenverschlüsselung zu kämpfen hatten.
  • Die Nutzung von Backups ist rückläufig: Nur 54 Prozent der Unternehmen (59 Prozent in Deutschland und 56 Prozent in der Schweiz) nutzten Backups, um ihre Daten wiederherzustellen – der niedrigste Prozentsatz seit sechs Jahren.
  • Ein Lichtblick: Die Wiederherstellungskosten sind rückläufig: Die mittleren Wiederherstellungskosten sanken aus globaler Sicht von 2,73 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 (€ 2.373.983) auf 1,53 Millionen US-Dollar (€ 1.330.474) im Jahr 2025 – respektive 1,56 MillionenDollar (€ 1.352.512) in Deutschland und 1,04 Millionen Dollar (€ 901.675) inder Schweiz.
  • Lösegeldzahlungen variieren je nach Branche: Global gaben staatliche und lokale Behörden die höchsten Durchschnittsbeträge an (2,5 Millionen US-Dollar / € 2.173.978), während das Gesundheitswesen die niedrigsten Beträge meldete (150.000 US-Dollar / € 130.439).
  • Unternehmen werden schneller bei der Wiederherstellung: Über die Hälfte (53 Prozent global, 64 Prozent in Deutschland und 58 Prozent in der Schweiz) der Unternehmen erholte sich innerhalb einer Woche vollständig von einem Ransomware-Angriff – gegenüber 35 Prozent im Vorjahr. Nur 18 Prozent weltweit benötigten mehr als einen Monat für die Wiederherstellung – gegenüber 35 Prozent im Jahr 2024.Mehr als einen Monat für die Wiederherstellung benötigten lediglich 9 Prozent sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz.
Sophos empfiehlt Best Practices für einen effektiven Schutz vor Ransomware und anderen Cyberangriffen:
  • Ergreifen von Maßnahmen, um häufige technische und betriebliche Ursachen für Angriffe, wie z. B. ausgenutzte Schwachstellen, zu beseitigen. Tools wie Sophos Managed Risk können Unternehmen dabei helfen, ihr Risikoprofil zu ermitteln und ihr Risiko gezielt zu minimieren.
  • Sicherstellung, dass alle Endpointgeräte (einschließlich Server) mit einem speziellen Anti-Ransomware-Schutz ausgestattet sind.
  • Bereitstellung und Testen eines Incident-Response-Plans. Dabei spielen gute Backups und das regelmäßige Üben der Datenwiederherstellung eine wichtige Rolle.
  • 24/7-Überwachung und Erkennung. Wenn Unternehmen dafür nicht über die erforderlichen internen Ressourcen verfügen, können vertrauenswürdige Anbieter von Managed Detection and Response (MDR) helfen, diese Anforderungen zu erfüllen.
Über den „State of Ransomware 2025“-Report

Die Daten für den „State of Ransomware 2025”-Report stammen aus einer unabhängigen Umfrage unter 3.400 IT- und Cybersicherheitsverantwortlichen in Unternehmen, die im vergangenen Jahr von Ransomware betroffen waren. Die befragten Unternehmen in 17 Ländern hatten zwischen 100 und 5.000 Mitarbeiter. Die Umfrage wurde zwischen Januar und März 2025 durchgeführt.

Der vollständige „State of Ransomware 2025“-Report steht hier zum Download zur Verfügung:

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