Quantentechnologie vor Herausforderungen: Aktienrückgang nach CEO-Aussage
Ein bemerkenswerter Einbruch bei Aktien von Quantencomputing-Unternehmen ließ die Anleger am Mittwoch aufhorchen. Die Kurse, die zuvor ein ganzes Jahr lang stetig gestiegen waren, fielen, nachdem Nvidia-CEO Jensen Huang verkündet hatte, dass der praktische Einsatz der Technologie vermutlich noch zwei Jahrzehnte entfernt sei.
Huang dämpfte mit seiner Einschätzung die Erwartungen an eine Branche, die ohnehin mit hohen Investitionen in eine Technologie konfrontiert ist, die bisher nur für spezifische Berechnungen einsetzbar war. "Wenn man von 15 Jahren spricht, wäre das optimistisch betrachtet. 30 Jahre wären zu pessimistisch, aber in 20 Jahren könnten wir möglicherweise soweit sein", erklärte Huang auf einer Investorenkonferenz.
Besonders betroffen waren die Aktien von Rigetti Computing und Quantum Computing, deren Kurse im vorbörslichen Handel um über 17 Prozent einbrachen. Auch IonQ und D-Wave Quantum verzeichneten Verluste von 9,4 beziehungsweise 14 Prozent. Insgesamt könnten die Unternehmen rund 3 Milliarden Dollar an Marktwert verlieren, falls die Verluste anhalten.
Trotz des Rückschlags hatten sich die Aktien aller genannten Unternehmen im letzten Jahr verdreifacht, nicht zuletzt befeuert durch einen vielbeachteten Durchbruch der Google-Mutter Alphabet und den steigenden Rechenbedarf generativer KI-Anwendungen. Google hatte im Dezember ein neues Chipmodell vorgestellt, das in der Lage sei, ein komplexes Rechenproblem in fünf Minuten zu lösen—eine Leistung, die für klassische Computer eine unvorstellbar lange Zeit beanspruchen würde.
Im April 2024 hatten Microsoft und Quantinuum bekanntgegeben, einen wichtigen Schritt zur Kommerzialisierung von Quantencomputern erreicht zu haben. Allerdings schwiegen sie darüber, wie viele Jahre es noch dauern könnte, bis die Technologie in der Lage ist, herkömmliche Supercomputer zu übertreffen.

