Putins Vision einer neuen Weltordnung – Emanzipation von westlichem Einfluss
Der russische Präsident Wladimir Putin hat beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Tianjin, China, erneut eine von Europa und den USA unabhängige Weltordnung proklamiert. Seiner Meinung nach ist das traditionelle eurozentrische und euroatlantische Modell überholt. Putin betonte die Notwendigkeit eines neuen Systems, das die Interessen einer Vielzahl von Ländern berücksichtigt und wahrhaftig ausbalanciert ist, wie es die staatliche Nachrichtenagentur Tass übermittelte.
Putin hob die Bedeutung der SOZ als Sicherheitsbündnis im eurasischen Raum hervor und nannte die innere Sicherheit ihrer Mitglieder sowie den Schutz der Außengrenzen als Prioritäten. Die Organisation spiele eine wesentliche Rolle bei der gemeinsamen Abwehr von Extremismus und Drogenhandel.
In einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump im August in Alaska dominierte das Thema Ukraine-Krieg die Diskussionen. Putin machte erneut die Bestrebungen des Westens, die Ukraine in die NATO zu integrieren, als wesentlichen Auslöser des Konflikts verantwortlich. Vor dreieinhalb Jahren hatte er den Befehl für den russischen Einmarsch in die Ukraine gegeben.
Die vor 24 Jahren gegründete SOZ dient ursprünglich dem Kampf gegen Terrorismus und fördert die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Mittlerweile sind zehn Staaten Mitglieder, darunter auch neuere Beitritte wie der Iran seit 2023 und Belarus seit 2024. Diese Entwicklung stellt ein Gegengewicht zu den westlichen Allianzen dar.

