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Provision statt Performance - Warum Banken dir nicht die besten Investments zeigen

12. September 2025, 11:31 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Banken verdienen hauptsächlich durch Provisionen, was oft teurere Fonds begünstigt. Profis nutzen steueroptimierte Strukturen für bessere Renditen, die Privatanleger lernen können.

Die Logik der Bankberatung

Das Geschäftsmodell klassischer Banken ist klar: Sie verdienen an Gebühren und Provisionen. Laut einer Studie der Bafin stammen im Schnitt mehr als 60 Prozent der Erträge im Privatkundengeschäft aus Provisionen.

Das bedeutet: Produkte mit hohen Gebühren oder Vertriebsmargen landen eher auf dem Tisch des Kunden – unabhängig davon, ob sie wirklich die besten sind.

Investmentfonds sind ein Paradebeispiel. Während die laufenden Kosten aktiver Fonds im Schnitt bei 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr liegen, sind ETFs oft schon für 0,1 bis 0,3 Prozent zu haben.

Langfristig frisst dieser Unterschied die Rendite auf – doch die Bank verdient an Fonds mit Ausgabeaufschlägen und Bestandsprovisionen ein Vielfaches.

Was die Profis machen

Family Offices und institutionelle Investoren verfolgen eine andere Logik: Sie zahlen ihren Vermögensverwaltern ein fixes Honorar – ohne versteckte Vertriebsanreize. Dadurch können sie auf die wirklich attraktiven Anlageklassen zugreifen:

  • Private Equity, wo die durchschnittlichen Netto-Renditen in Europa laut Preqin bei rund 12–15 Prozent jährlich liegen.
  • Direkte Immobilienbeteiligungen, oft mit stabilen Ausschüttungen von 4–6 Prozent pro Jahr.
  • Venture Capital, risikoreich, aber mit zweistelligen Renditeaussichten in den Gewinnerfonds.

Der Zugang ist dabei entscheidend: Mindestticketgrößen beginnen häufig bei 250.000 bis 1 Mio. Euro, was Privatanleger ausschließt.

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Die Rolle von Steuern

Ein weiterer Hebel, den Profis nutzen: steueroptimierte Strukturen. Family Offices investieren oft über Holdinggesellschaften oder Stiftungen. Dadurch lassen sich Kapitalerträge mit nur 1,5 Prozent Körperschaftsteuer auf Ebene der Vermögensverwaltungs-GmbH versteuern, während Privatanleger 25 Prozent Abgeltungsteuer zahlen. Wer sein Kapital über Jahrzehnte anlegt, erzielt so einen massiven Zinseszinseffekt.

Steuervorteil der Profis: Über eine Vermögensverwaltungs-GmbH sinkt die Steuer auf Kapitalerträge auf 1,5 % – Privatanleger zahlen dagegen 25 % Abgeltungsteuer.

Exklusive Deals? Kaum für Privatanleger

Immer wieder werben Fintechs oder Plattformen damit, Privatanlegern Zugang zu Private Equity oder Immobilienfonds zu verschaffen. Tatsächlich handelt es sich oft um stark strukturierte Produkte mit hohen Gebühren.

An die wirklich exklusiven Deals – etwa den Einstieg in eine Pre-IPO-Runde von Tech-Firmen – kommen Privatanleger in der Regel nicht heran.

Was man trotzdem lernen kann

Auch wenn Privatanleger nicht an die gleichen Konditionen wie Milliardäre gelangen, gibt es Lehren:

  • Kosten minimieren: ETFs statt teure Fonds.
  • Steuerstrukturen prüfen: Ein Firmendepot oder eine vermögensverwaltende GmbH kann sich ab einem gewissen Vermögen lohnen.
  • Diversifikation ernst nehmen: Wer nur in Aktien oder nur in Immobilien investiert, läuft Gefahr, Trends zu verschlafen.

Fazit

Die besten Investments bekommst du bei deiner Hausbank nicht serviert – sie werden dort vertrieben, wo Provisionen sprudeln. Wer so investiert wie die Reichen, achtet auf Kosten, Steuern und den Zugang zu alternativen Anlageklassen. Für Privatanleger bleibt die Lektion: Man muss nicht Milliardär sein, um sich von den Profis ein Beispiel zu nehmen.

Finanzen / Investments / Banken / Provisionen / Steuern
[InvestmentWeek] · 12.09.2025 · 11:31 Uhr
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