Proteste an der Grenze: Landwirte blockieren Autobahnen gegen Mercosur-Abkommen
Auf der Zielgeraden des EU-Mercosur-Abkommens haben europäische Landwirte erneut ein kraftvolles Zeichen gesetzt. In einer koordinierten Aktion blockierten rund 100 Landwirte aus Frankreich und Belgien am Abend mit Traktoren zwei wichtige Autobahnübergänge zwischen den beiden Ländern. Die betroffenen Verkehrsadern waren die A2, die von Paris in Richtung Brüssel führt, sowie die A27 von Lille nach Tournai. Die Aktion, begleitet von lodernden Feuern neben den blockierten Fahrspuren, wurde von der Zeitung 'La Voix du Nord' detailliert dokumentiert.
In Brüssel steht eine entscheidende Weichenstellung für den Abschluss des umstrittenen EU-Freihandelsabkommens mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay bevor. Der Weg für die Unterzeichnung soll bei einem Treffen der EU-Staaten offiziell geebnet werden, wobei eine qualifizierte Mehrheit als sicher gilt. Dennoch könnten die jüngsten Proteste diese geplante Einigkeit ins Wanken bringen.
Besonders Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich klar gegen den Deal positioniert, um die heimische Landwirtschaft zu schützen, die starke Konkurrenz durch kostengünstige Importe aus Südamerika befürchtet. Auch in Deutschland mehren sich die kritischen Stimmen. Trotz der langen Verhandlungsgeschichte des Abkommens, das seit 1999 diskutiert wird, bleibt Bolivien als Mercosur-Mitglied derzeit außen vor.

