Project Helix: Kehrt Microsoft anderen Stores doch den Rücken?
Die Gerüchteküche um die nächste Xbox-Generation brodelte bereits gewaltig, als Microsoft überraschend die Katze aus dem Sack ließ: Ja, es wird eine neue Konsole geben – Project Helix, ein Hybrid aus klassischer Spielkonsole und PC. Ein echter Coup, der die Gemüter erhitzt. Doch während die Ankündigung durch Xbox-CEO Asha Sharma für Euphorie sorgte, bleiben entscheidende Fragen offen. Besonders eine brennt dir sicherlich unter den Nägeln: Darfst du auf der neuen Hardware auch auf Steam oder den Epic Games Store zugreifen?
Die große Ungewissheit
In einem Interview mit Stephen Totilo von Game File legte Sharma nach und machte eines glasklar: Die Entscheidungen der alten Führungsriege sind nicht in Stein gemeißelt. Epic-Games-Manager Steve Allison hatte zuvor vollmundig verkündet, dass der Epic Games Store am ersten Tag auf der neuen Xbox verfügbar sein werde – basierend auf Gesprächen mit dem damaligen Management. Sharma winkte jedoch ab und stellte klar, dass sie an jenen Unterredungen nie beteiligt war. „Wir werden diese Entscheidungen als Team und mit unseren Partnern treffen“, ließ sie verlauten. Ein diplomatischer Schachzug, der Raum für Verhandlungen lässt, aber auch die Tür für eine Kehrtwende einen Spalt weit offen hält.
Ein offenes System mit Fragezeichen
Sharmas Vision von Project Helix klingt zunächst vielversprechend: Die Plattform solle offen sein, damit mehr Menschen darauf kreativ werden und Spieler ihre Erfahrung anpassen und erweitern können. Das klingt nach genau dem, was sich viele von einer PC-Konsole erhoffen. Doch die entscheidende Frage bleibt: Was bedeutet „offen“ für Microsoft konkret? Anders als die offene Architektur eines klassischen PCs laufen Konsolen traditionell in abgeschotteten Ökosystemen. Die Integration fremder Storefronts wäre ein Novum und könnte das gesamte Geschäftsmodell der Plattforminhaber auf den Kopf stellen. Schließlich lebt Xbox nicht zuletzt von den Erlösen aus dem eigenen Marketplace.
Zurück auf Los?
Aktuell scheint Microsoft noch einmal ganz von vorn zu beginnen, was die Gestaltung der Schnittstelle zwischen PC-Ökosystem und Konsolen-Hardware angeht. Dass Sharma sich nicht auf konkrete Zusagen einlässt, spricht Bände: Die Verhandlungen mit potenziellen Partnern wie Valve oder Epic Games laufen offenbar noch, und kein Deal ist in trockenen Tüchern. Für dich als Spieler heißt das: Geduld. Project Helix verspricht viel, aber ob du deine geliebte Steam-Bibliothek irgendwann auch auf der neuen Xbox zücken kannst, steht in den Sternen. Fest steht nur, dass Microsoft genau abwägt, wie viel Offenheit das eigene Modell verträgt – und dass die finale Entscheidung noch eine Weile auf sich warten lassen dürfte.

