Assassin’s Creed Codename Hexe verliert zweiten Chef-Entwickler innerhalb weniger Wochen
Die Zukunft von Assassin’s Creed Codename Hexe wirft immer mehr Schatten voraus – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem bereits Creative Director Clint Hocking im Februar das Handtuch warf, folgt ihm nun auch Game Director Benoit Richer zur Tür hinaus. Ein herber Schlag für ein Spiel, das ohnehin noch tief im Nebel des Ungewissen steckt. Was genau hinter den Kulissen von Ubisofts düsterem Geheimprojekt vor sich geht, darüber lässt sich nur spekulieren – aber die Zeichen mehren sich, dass dort gerade so einiges im Argen liegt.
Exodus auf der Kommandobrücke
Richer gab seinen Abgang über ein schlichtes LinkedIn-Posting bekannt, in dem er seinen neuen Job bei Indie-Studio Servo Games verkündet. Eine bemerkenswerte Kehrtwende für einen Veteranen, der zuvor als Co-Director an Assassin’s Creed Valhalla mitwirkte – einem der erfolgreichsten Ableger der Serie – und davor Batman: Arkham Origins als Lead verantwortete. Dass er nun kaum zwei Monate nach Hockings Abgang das sinkende Schiff verlässt, wirft Fragen auf. Ubisoft selbst schweigt sich beharrlich aus, aber die Personalfluktuation spricht Bände: Zwei der drei zentralen kreativen Köpfe innerhalb weniger Monate weg – das ist kein gutes Omen für ein Projekt, das sich seit Jahren in Entwicklung befindet.
Jean Guesdon übernimmt das Ruder
Immerhin steht mit Jean Guesdon ein erfahrener Steuermann bereit, der bereits Assassin’s Creed Black Flag und Origins als Creative Director geprägt hat. Guesdon, der zudem den gesamten Content der Assassin’s-Creed-Marke verantwortet, übernahm bereits im Februar die Position des Creative Directors. Er verspricht eine „einzigartige, düstere, erzählorientierte Assassin’s-Creed-Erfahrung, die in einem entscheidenden Moment der Geschichte spielt“. Einem Bericht zufolge soll Hexe während der Hexenverfolgungen im 16. Jahrhundert angesiedelt sein – ein Setting, das sich wohltuend von den üblichen bombastischen Kulissen der Serie abhebt, aber auch einiges an erzählerischem Fingerspitzengefühl erfordert. Ob die Vision unter Guesdons Führung Bestand hat oder ob die Abgänge eine inhaltliche Neuausrichtung erzwingen, bleibt vorerst offen.
Was bleibt, ist die Ungewissheit
Seit der stimmungsvollen Ankündigung im Jahr 2022 hat Ubisoft kaum etwas von Hexe blicken lassen. Kein Gameplay, keine konkreten Details – nur ein düsterer Teaser, der mehr Fragen aufwarf als Antworten lieferte. Die Entwicklungskrise ist nicht zu übersehen, und die Abgänge der beiden Spitzenkräfte dürften den Druck auf das Team weiter erhöhen. Ob sich der Titel tatsächlich in die Riege der nächsten großen Mainline-Ableger einreihen kann oder ob die Turbulenzen das Projekt noch tiefer in die Versenkung ziehen, wirst du wohl erst in den kommenden Monaten erfahren. Bis dahin hält dich Ubisoft mit dem Remake Assassin’s Creed Black Flag Resynced bei Laune – Piraten segeln schließlich immer verlässlicher als unberechenbare Entwicklungszyklen.


