Produktionsverlagerung in der Industrie: Komplexität managen durch valide Entscheidungen

11. März 2025, 11:09 Uhr · Quelle: Pressebox
Die Produktionsverlagerung in der Industrie bietet Chancen zur Kostenreduktion, erfordert jedoch eine umfassende strategische und operative Planung. Unternehmen müssen Risiken wie logistische Herausforderungen und Mitarbeiterbindung aktiv angehen, um den Erfolg der Verlagerung zu sichern.

Dietzenbach, 11.03.2025 (PresseBox) - Die Produktionsverlagerung in der Industrie ist eine Möglichkeit für Unternehmen, Kosten zu senken, neue Marktchancen zu erschließen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Dieser Prozess ist komplex und fordert für den Erfolg valide Entscheidungen, die strategische und operative Dimensionen umfassen.

Strategische Planung von Produktionsverlagerungen: Unternehmerische Entscheidungen vorbereiten und treffen

Die unternehmerische Entscheidung für eine Produktionsverlagerung sollte auf einer umfassenden strategischen Planung basieren. Hierbei gilt es, wirtschaftliche, politische und kulturelle Faktoren berücksichtigen. Die Auswahl des neuen Standorts erfordert eine detaillierte Analyse der Rahmenbedingungen wie beispielsweise:

  • Personalkosten: Lohnkostenvorteile sollten gegen mögliche Produktivitäts- oder Qualitätsverluste abgewogen werden.
  • Logistik: Ein Standort, der gut an die Infrastruktur angebunden ist, bietet Potenziale für geringe Transportkosten, eine effiziente Lieferkette und kurze Lieferzeiten zu den Absatzmärkten.
  • Rahmenbedingungen: Recht, Steuerhöhe, Freihandel oder Handelsschranken beeinflussen die Wirtschaftlichkeit eines Standorts.
  • Technologie: Automatisierung und Digitalisierung können die Attraktivität von Standorten beeinflussen, indem sie Arbeitskosten reduzieren.
Jede Produktionsverlagerung wird von globalen Entwicklungen beeinflusst. Geopolitische Krisen oder die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung können dazu führen, dass Unternehmen ihre Produktionsstrategien mehr oder weniger schnell anpassen müssen.

Aktuelle Phänomene sind deshalb dasReshoring, bei dem europäische Unternehmen in Erwägung ziehen, ihre Produktionsstätten aus China in die Heimatländer zurückzuverlegen; oder das Nearshoring, bei dem die Zielländer der Verlagerung in Südostasien liegen. Als Gründe dafür werden z.B. steigende Löhne, Minderung von Transportrisiken, schnellere Lieferung angeführt. Auch die Reduktion von CO2-Emissionen durch weniger Transport, standortpolitische Erwägungen, umstrukturierte Lieferketten und die Risikominimierung bei handelspolitischen Krisen spielen eine Rolle.

Operative Komplexität: Aufgaben solide analysieren, Aufwand realistisch ermitteln

Ist die strategische Entscheidung für eine Produktionsverlagerung gefallen, rücken operative Aspekte der Realisierung des Vorhabens in den Fokus. Alle Entscheidungen bei der Umsetzung der Verlagerung sind stark von den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens und Zielstandortes abhängig. Folgende Themen spielen eine zentrale Rolle:

  • Lieferkettenmanagement: Die Neuorganisation der Lieferketten des Produktionswerkes ist ein kritischer Punkt. Unternehmen sollten sicherstellen, dass Rohstoffe, Zwischenprodukte und Zulieferteile am neuen Standort in gewünschter Zeit und Qualität zur Verfügung stehen.
  • Technologietransfer: Maschinen und Anlagen, Technologien und Know-how müssen an den neuen Standort übertragen werden. Dies erfordert teils erhebliche Investitionen in Wiederaufbau und Inbetriebnahme.
  • Demontage und Transport: Maschinen müssen vor dem Transport oft zerlegt und am neuen Standort präzise wieder aufgebaut werden. Dies verlangt nicht nur technisches Know-how, sondern auch logistische Präzision und technischen Sachverstand, um zeitliche Verzögerungen und Beschädigungen der Anlagen zu vermeiden.
  • Qualitätssicherung: Die Sicherung von hohen Qualitätsstandards im neuen Werk ist vor allem eine technische und organisatorische Herausforderung. Der Aufbau einer neuen Produktionsstätte birgt das Risiko von Qualitätsproblemen, insbesondere in der Anlaufphase. Hierbei sind die fachgerechte und zügige Remontage von Maschinen und Fertigungslinien sowie die enge Überwachung der anlaufenden Produktionsprozesse entscheidend für den Erfolg.
Probleme bei der Produktionsverlagerung vorab erkennen

Obwohl die Verlagerung von Produktionskapazitäten unternehmensstrategisch viele mittel- und langfristige Wettbewerbsvorteile bietet, birgt sie auch erhebliche Risiken für die Kostenstruktur. Immer wiederkehrende komplexe Problemlagen sind zum Beispiel die Folgenden:

  • Politische, rechtliche und klimatische Risiken: Standortwechsel führen zu veränderten politischen, regulatorischen und klimatischen Rahmenbedingungen. Andere Regeln für Handelszölle oder Exportbeschränkungen, neue Umweltvorschriften oder Gesetze, andere Klimazonen oder extreme Wetterlagen können die Kostenstruktur der Investition und der Produktion erheblich beeinflussen.
  • Logistische Probleme für den Warenstrom: Der Transport von Rohstoffen, Zulieferteilen und Fertigprodukten in anders strukturierten Verkehrsnetzen kann logistische Probleme verursachen, die sich in Lieferverzögerungen oder höheren Transportkosten niederschlagen.
  • Mitarbeiterverlust und -bindung: Eine Produktionsverlagerung kann zum Verlust von erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führen, da nicht alle bereit sein werden, an den neuen Standort umzuziehen. Gleichzeitig stellen die Rekrutierung und die Bindung qualifizierter Arbeitskräfte am neuen Standort eine menschliche und organisatorische Herausforderung dar.
  • Kulturelle Differenzen im Team: Die kulturellen Unterschiede zwischen dem Ursprungsland und dem neuen Standort können die Zusammenarbeit und die Integration in den Produktionsteams erschweren. Probleme der Kommunikation, abweichende Arbeitsweisen und andere Ausbildungsstandards können die Effizienz mindern.
  • Kosten der Verlagerung: Die Verlagerung von Produktionsanlagen, der Aufbau neuer Infrastruktur sowie die Implementierung von Schulungsprogrammen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verursachen erhebliche Einmalkosten in kurzer Zeit. Diese können den erwarteten produktiven Kostenvorteil vorübergehend neutralisieren.
  • Technische Risiken: Hochmoderne Produktionstechnik ist häufig äußerst sensibel und daher vorsichtig zu demontieren und zu transportieren. Erfahrene und fachkundige Montageteams sind ein Garant dafür, Montage- und Transportschäden zu vermeiden, die Ausfallzeiten der Maschinen möglichst geringzuhalten und die Produktion zügig wieder in Betrieb zu nehmen.
Lösungsansätze für erfolgreiche Produktionsverlagerung

Trotz Komplexität sowie möglichen Risiken und Problemen können Unternehmen durch eine strukturierte Herangehensweise und gezielte Kooperation mit erfahrenen Dienstleistern den Erfolg einer Produktionsverlagerung sichern:

  • Gründliche Standortanalyse und Beratung: Die Wahl des richtigen Standorts ist entscheidend. Eine umfassende Analyse der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und infrastrukturellen Bedingungen hilft, die Risiken zu minimieren. Erfahrene Dienstleister für Produktionsverlagerung können wertvolle Beratungskompetenz einbringen.
  • Pilotprojekte und Kommunikation: Bevor eine vollständige Verlagerung erfolgt, können Pilotprojekte mit einer Fertigungslinie helfen, potenzielle Ablaufprobleme zu identifizieren und zu beheben. Eine klare Kommunikation mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Lieferanten und Partnern kann Widerstände reduzieren, die Akzeptanz fördern und die Kooperation im Verlagerungsprozess verbessern.
  • Schulungen und Monitoring: Um die Qualität der Produkte und Produktivität aller Prozesse sicherzustellen, sollten systematische Schulung und Weiterbildung für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisiert werden. Die Leistung des neuen Standorts und der neuen Teams sollten regelmäßig geprüft und analysiert werden, um frühzeitig mit Verbesserungen reagieren zu können.
  • Zusammenarbeit mit Industriedienstleistern: Für den effizienten und sicheren Standortwechsel von Produktionslinien ist es sinnvoll, erfahrene Spezialisten für Montage und Transport einzubinden.
Fazit: Exakte Planung, strukturiertes Vorgehen

Die Produktionsverlagerung ist ein anspruchsvoller Prozess, der sowohl strategische Kompetenz als auch operative Erfahrung erfordert. Unternehmen, die eine Produktionsverlagerung erfolgreich umsetzen möchten, sollten die Vielzahl von relevanten Faktoren berücksichtigen und eine sorgfältige Planung durchführen. Obwohl Risiken bestehen, bieten Produktionsverlagerungen große Chancen, wenn sie richtig angegangen werden.

In hochtechnisierten Industrieumgebungen und bei komplexen Produktionswerken genügt es meist nicht, nur allgemeine Erfahrungen mit Projekten zu haben. Nur mit einer strukturierten Herangehensweise, umfassenden Kenntnissen zu technischem Spezialequipment und gut durchdachten Prozessen können Verlagerungsprojekte von Produktionsanlagen in bestmöglicher Qualität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit realisiert werden. Kompetenzen, Schnittstellen und Befugnisse müssen für eine reibungsfreie Zusammenarbeit von Unternehmen und Montagedienstleistern, Maschinenherstellern und Transportfirmen ganz klar geregelt werden.

SCHOLPP, der führende Dienstleister für weltweite Verlagerung und Montage, hat eine Checkliste für Produktionsverlagerung und Industriemontagen erarbeitet. Diese erhalten Sie als kostenfreie Entscheidungshilfe, um Verlagerungsprojekte in der Industrie gezielt vorzubereiten und qualifiziert umzusetzen. Link zum Download: Checkliste Produktionsverlagerung

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[pressebox.de] · 11.03.2025 · 11:09 Uhr
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