Procredit Holding trotzt Gewinnrückgang mit Zuversicht
Die Procredit Holding verzeichnete im ersten Halbjahr einen Rückgang des Gewinns, hervorgerufen durch sinkende Zinserträge und ein langsamer als erwartet wachsendes Kreditvolumen. Dennoch bleibt Vorstandschef Hubert Spechtenhauser optimistisch und hält an den meisten Jahreszielen fest. So soll die Eigenkapitalrendite weiterhin die Marke von etwa 10 Prozent erreichen, obwohl sie im ersten Halbjahr lediglich 9 Prozent betrug. Allerdings stellt sich heraus, dass die Kosten künftig einen größeren Anteil der Erträge absorbieren könnten als ursprünglich geplant.
An der Börse führten die Neuigkeiten zunächst zu einer negativen Reaktion: Die Procredit-Aktie verlor am Vormittag zeitweise über fünf Prozent an Wert. Doch der Kurs erholte sich und drehte sogar leicht ins Plus. Der Zinsüberschuss des Unternehmens fiel im ersten Halbjahr um rund neun Prozent auf über 171 Millionen Euro, während der Gesamtertrag um rund sieben Prozent auf 213 Millionen Euro sank. Gleichzeitig reduzierte Procredit die Rückstellungen für potenzielle Kreditausfälle, was jedoch nicht verhindern konnte, dass der Nettogewinn um knapp elf Prozent auf 47 Millionen Euro fiel.
Die Wachstums- und Transformationsstrategie, die Anfang 2024 eingeleitet wurde, zeigt Fortschritte in verschiedenen Kundensegmenten und Regionen, erklärte Spechtenhauser. Die Procredit Holding, die ihren Sitz in Frankfurt hat, ist die Muttergesellschaft der Procredit-Gruppe. Diese konzentriert sich auf Bankdienstleistungen für Kleinst- sowie kleine und mittlere Unternehmen (KKMU) und Privatkunden, mit einem besonderen Fokus auf Südost- und Osteuropa, sowie Aktivitäten in Südamerika und Deutschland.
Während das kreditvolumenwährungsbereinigt um 7,2 Prozent zulegte, blieb dies hinter den Jahreszielen zurück. Spechtenhauser prognostiziert für 2025 ein Wachstum von 12 Prozent. Doch in Hinblick auf die Kostenentwicklung muss er eine Korrektur vornehmen: Diese könnten 2023 rund 70 Prozent der Erträge ausmachen, anstatt der vorhergesehenen 68 Prozent, die noch dem Vorjahreswert entsprochen hätten.

