Preisrutsch bei Target und Walmart lockt US-Konsumenten
In einer maßgeblichen Initiative zur Ankurbelung des Verbraucherinteresses haben Target und Walmart angekündigt, die Preise für Tausende von Artikeln zu senken. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer gewissen Ermüdung der US-Konsumenten nach drei Jahren anhaltender Inflation. Walmart hat bereits letzte Woche Analysten informiert, dass das Unternehmen die Preise für viele Lebensmittel reduziert hat. Auf diesen Zug ist nun auch Target aufgesprungen und plant, im Laufe des Sommers die Preise für rund 5.000 Produkte – von Milch bis hin zu Papiertüchern – zu senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Preissenkungen durch zwei der größten Einzelhandelsketten verdeutlichen eine Stabilisierung oder sogar ein Sinken der Einzelhandelspreise nach jahrelangen Anstiegen, die durch pandemiebedingte Lieferkettenprobleme und einen robusten Arbeitsmarkt in den USA angetrieben wurden. Vor dem Hintergrund des Wahljahres scheint das anhaltende Inflationsgeschehen auf die Stimmung der Amerikaner deutlich gedrückt zu haben: Eine neueste Umfrage deutet darauf hin, dass 71 Prozent der Befragten die wirtschaftlichen Bedingungen als negativ empfinden.
Target, mit nahezu 2.000 Filialen im ganzen Land, prognostiziert einen Rückgang des Umsatzes in vergleichbaren Filialen um 3 bis 5 Prozent, wenn es diese Woche die Quartalsergebnisse bekannt gibt. Dem vorausgegangen war ein Jahresrückgang von 4,4 Prozent im vierten Quartal, den das Unternehmen mit einem Rückgang sowohl der Anzahl als auch des Werts der Transaktionen begründet.
Am Montag verkündete Target, dass die neue Preissenkungswelle Haushaltsartikel wie eine 5-prozentige Reduktion beim Pfund Butter oder 14 Prozent Nachlass bei duftenden Clorox-Tüchern betreffen wird. 'Wir wissen, dass Verbraucher bestrebt sind, ihr Budget optimal auszuschöpfen', sagte Rick Gomez, Targets Chief Food, Essentials und Beauty Officer, bei der Ankündigung.
Die Mitteilung von Target folgte kurz nachdem Walmart eine ungewöhnliche Ausweitung seiner sogenannten Rollbacks – Preisnachlässe zu den bereits niedrigen Preisen des größten Einzelhändlers der Welt – preisgab. Die Zahl der Lebensmittelartikel, die solche Preisnachlässe erfahren, ist verglichen mit dem Vorjahr im April um 45 Prozent gestiegen. 'Unsere Kunden reagieren auf unsere Preisführerschaft', erklärte Walmart CEO Doug McMillon.
Auch andere Einzelhändler wie Lowe's und Macy's berichteten von schwachen Zahlen im ersten Quartal, während das Institut NIQ bemerkte, dass Amerikaner 2024 durchschnittlich ein Drittel mehr für Verbrauchsgüter ausgeben als noch 2019, auch wenn das Preiswachstum im Vergleich zu den letzten zwei bis drei Jahren nachgelassen hat. Dies deutet auf anhaltende, aber moderierende inflationäre Belastungen für die US-Haushalte hin. (eulerpool-AFX)

