Präsident Nauseda kritisiert mangelnde Konsequenz bei Russland-Sanktionen
Der litauische Präsident Gitanas Nauseda hat in deutlichen Worten die Unstimmigkeiten in der europäischen Sanktionspolitik gegenüber Russland beanstandet. Nauseda äußerte gegenüber der 'Bild am Sonntag', dass die Glaubwürdigkeit europäischer Entscheidungsträger durch das Ausbleiben von Maßnahmen nach Sanktionsdrohungen deutlich leide.
Vor allem die Rolle von Bundeskanzler Friedrich Merz stehe in der Kritik, da dem russischen Staat kein nachhaltiges Signal der Entschlossenheit gesendet worden sei. Die Diskussion drehte sich um den jüngsten Besuch in Kiew, bei dem Merz zusammen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem britischen Premier Keir Starmer und dem polnischen Regierungschef Donald Tusk von Russland einen Waffenstillstand forderte.
Trotz der Androhung weiterer Sanktionen bei einer Verweigerung seitens Russlands, blieb eine Umsetzung dieser Maßnahmen aus, als die Frist ungenutzt verstrich. Nauseda betonte zudem, dass die europäische Unterstützung für die Ukraine vielfach angekündigt wurde, jedoch die Lieferung von dringend benötigten Kampfflugzeugen, Langstreckenraketen und Munition bisher ausblieb.
Die aktuelle Versorgungslage sei unzureichend, sodass die Ukrainer neben Ankündigungen auch reale Unterstützung benötigten. Die bisherigen Sanktionen gegen Russland stuft Nauseda als nicht ausreichend ein, um eine wirksame Veränderung herbeizuführen.

