Potenzieller Mega-Deal in der britischen Ölindustrie: Shell prüft Übernahme von BP
In der britischen Ölbranche bahnt sich möglicherweise ein spektakulärer Zusammenschluss an. Wie aus Insiderkreisen verlautet, evaluiert Shell derzeit mit Unterstützung von Beratern eine mögliche Übernahme des Mitbewerbers BP.
Angesichts einer aktuellen Börsenbewertung von knapp 66 Milliarden Euro für BP und eines Marktwertes von rund 175 Milliarden Euro für Shell, könnte ein solcher Zusammenschluss annähernd der Wirtschaftsleistung Portugals entsprechen. Wird man sich auf einen solchen Deal einigen, könnte eine Übernahmeprämie den zusammengerechneten Unternehmenswert sogar darüber hinaus katapultieren.
Ein signifikanter Rückgang des BP-Aktienkurses sowie der Ölpreise scheinen für Shell jedoch derzeit noch nicht ausreichend zu sein. BP musste in den letzten Monaten einen Kursverlust von fast einem Drittel hinnehmen. Der Rückgang ist nicht zuletzt auf die Ankündigung des Unternehmens zurückzuführen, die Aktienrückkäufe zu reduzieren, was bei Anlegern nicht gut ankam.
Gleichzeitig kämpft das Unternehmen aufgrund sinkender Einnahmen und steigender Schulden mit der Renditesicherung für Aktionäre. BP steht zudem wegen der strategischen Rückkehr zum Öl- und Gasgeschäft in der Kritik. Zuvor hatte das Unternehmen unter dem ehemaligen CEO Bernard Looney eine verstärkte Ausrichtung auf Erneuerbare Energien angekündigt.
Der US-Hedgefonds Elliott Management mischt aktuell im Unternehmen mit und fordert tiefere Einschnitte und mehr Effizienz. Ein Ziel ist es, bis 2027 einen freien Barmittelzufluss von 20 Milliarden Dollar zu erreichen - ein ambitioniertes Vorhaben im Vergleich zu den bisherigen Planungen.
Die fallenden Ölpreise, unter anderem beeinflusst durch wirtschaftliche Unsicherheiten und Entscheidungen der in Opec+ organisierten Ölstaaten, verkomplizieren das Geschäft. Vor diesem Hintergrund hat Shell in den vergangenen Wochen ernsthafte Überlegungen angestellt und die potenziellen Vorteile einer Übernahme von BP evaluiert.
Letztlich hängt die Entscheidung jedoch maßgeblich von der weiteren Entwicklung des BP-Aktienkurses und der Marktlage ab. Alternativ könnte Shell seine Strategie auf andere Wachstumsinitiativen ausrichten.

