Porsche zieht sich aus Batterie-Geschäft zurück: Ein Schock für Cellforce-Mitarbeiter
Der legendäre Sportwagenhersteller Porsche steht vor einem bemerkenswerten Umbruch: Die nahezu vollständige Einstellung seiner Batterie-Tochter Cellforce. Nahezu 200 Beschäftigte sehen sich mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert, nachdem eine Massenentlassung bei der Arbeitsagentur in Reutlingen angezeigt wurde. Der Innovationsstandort in Kirchentellinsfurt soll, wenn überhaupt, nur noch mit einer kleinen Forschungs- und Entwicklungseinheit weitergeführt werden. Der Porsche-Chef Oliver Blume hat bereits die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg über diese bedeutsame Änderung in Kenntnis gesetzt.
Ursprünglich mit erheblichen Steuergeldern von rund 60 Millionen Euro gefördert, bleibt die tatsächliche Höhe der Fördermittel weiter unklar. Zwar verweigert Porsche jeglichen Kommentar, jedoch sind auch in Stuttgart die Dinge in Bewegung: Emissäre von BMW sowie Rüstungsfirmen haben Berichten zufolge bereits Interesse an den Komponenten von Cellforce gezeigt, mit dem Ziel, diese in der Produktion von Drohnenbatterien einzusetzen.
Im Sommer 2021 wurde die Fertigung von Hochleistungs-Batteriezellen, unterstützt von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, feierlich angekündigt. Doch scheiterten diese Pläne an regulatorischen Hürden, und auch die Vision einer größeren Porsche-Batteriefabrik verflüchtigte sich. Der Rückschritt markiert einen herben Schlag für Porsches Ambitionen, Vorreiter in der Elektromobilität zu werden. Trotz der Rückkehr zu Investitionen in Verbrennungsmotoren drohen dem Vorstandschef Oliver Blume nun erhebliche Herausforderungen, da sich die Abschreibungen auf 295 Millionen Euro belaufen.
So stehen kommenden Montag alle Mitarbeiter von Cellforce vor einer Vollversammlung, bei der Porsches Entwicklungsvorstand Michael Steiner sprechen wird. Ohne Beschäftigungsgarantie, wie sie bei der Porsche AG besteht, erhalten die Cellforce-Angestellten eine unsichere Perspektive.

