Politischer Schlagabtausch um Geisel-Deal im Gaza-Konflikt
Der israelische Oppositionschef Jair Lapid erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu. Er kritisiert das vermeintliche Blockieren eines diplomatischen Durchbruchs zur Beendigung des anhaltenden Gaza-Konflikts. Laut Lapid liegt ein Abkommen zur Freilassung israelischer Geiseln auf dem Verhandlungstisch, das jedoch bislang ungenutzt bleibt. Bei einer Sitzung seiner Partei Jesch Atid rief er eindringlich dazu auf, die Gelegenheit zu ergreifen, wie von der 'Times of Israel' berichtet wird.
Die aktuell intensivierten diplomatischen Bemühungen von USA, Ägypten und Katar, mit Hamas einen Kompromiss zu finden, stehen vor einem Dilemma. Während internationale Vermittler eine umfassende Lösung inklusive dauerhafter Waffenruhe vorschlagen, weist Lapid auf die Untätigkeit seitens Israels hin. Trotz wiederholter Kontaktversuche der vermittelnden Staaten fehle es an jeglicher Reaktion – weder Zustimmung noch Ablehnung, behauptet der Oppositionsführer.
Laut Lapid habe die Hamas ihre Bereitschaft signalisiert, entweder für einen umfassenden oder schrittweisen Deal zu verhandeln. Dagegen verfolge die Netanjahu-Regierung eine harte Linie und fordere neben der Geiselbefreiung eine Entwaffnung der Hamas. Frühere Verhandlungen, die eine gestaffelte Freilassung der Geiseln vorsahen, wurden von Hamas abgelehnt. Deren Kurs fokussiert sich auf eine Gesamtlösung, wobei die Kampfhandlungen nach vollständiger Geiselfreilassung eingestellt werden sollen.
Aktuell werden noch 48 Geiseln von der Hamas festgehalten, von denen 20 vermutlich noch leben. Die Sorge der Angehörigen und Militärs, dass eine militärische Offensive in Gaza das Leben der Gefangenen gefährden könnte, wächst. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass viele Geiseln in den Tunneln unter der Stadt vermutet werden.

