Polens Weitblick in Zeiten erhöhter Luftraumspannungen
Polen zeigt sich entschlossen, auf potenzielle Verletzungen seines Luftraums durch ausländische Flugobjekte kompromisslos zu reagieren. Regierungschef Donald Tusk erklärte, dass die Regierung bereit sei, eingreifende Objekte abzuschießen, sobald diese eine Bedrohung darstellen. Diese klare Ansage machte er gegenüber polnischen Medien während einer Pressekonferenz in Sierakowice und betonte, dass es hierbei keine Verhandlungsspielräume gebe.
Komplexer gestaltet sich die Situation hingegen, wenn die Bedrohungslage weniger eindeutig ist. In solchen Fällen, so Tusk, sei ein überlegtes und vorsichtiges Handeln erforderlich, um eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden. Einen konkreten Vorfall schilderte er in Bezug auf zwei russische Kampfjets, die sich einer polnischen Bohrinsel in der Ostsee näherten, jedoch die Staatsgrenze nicht verletzten.
Die Bedeutung der Verbündeten in solch angespannten Zeiten hob Tusk ebenfalls hervor. Er erläuterte, dass Polen darauf zählen müsse, nicht allein zu stehen, wenn sich der Konflikt verschärfen sollte. Hintergrund der jüngsten Stellungnahme ist die wiederholte Berichterstattung über russische Provokationen, die das Sicherheitsempfinden innerhalb der Nato gefährden.
Noch bedenklicher wirkt der Bericht Estlands, der über einen russischen Luftraumeingriff von etwa zwölf Minuten am letzten Freitag berichtete. Russland wies diese Anschuldigung jedoch strikt zurück. Eine besondere Brisanz erfährt die Lage durch Drohnenflüge im Zuge eines russischen Angriffs auf die Ukraine, bei dem zahlreiche Drohnen ungewollt in den Luftraum Polens, einem Nato-Mitglied, eindrangen. Hierbei gelang es der polnischen Luftwaffe erstmals, Unterstützt von Nato-Partnern, einige dieser Flugkörper abzufangen. Eindeutige Bedrohungen wurden bisher nicht festgestellt, dennoch werden die Trümmer genauer untersucht, wie Tusk klarstellt.

