Pistorius weist Forderungen nach Russland-Politik-Kehrtwende entschieden zurück
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die innerparteilichen Bestrebungen für eine Neuausrichtung der Russland-Politik aus den Reihen der SPD klar zurückgewiesen. Im Rahmen der ZDF-Talksendung "Maybrit Illner" betonte er angesichts der jüngsten russischen Angriffe auf die ukrainische Zivilbevökerung, wie unverständlich es sei, derzeit an eine engere Kooperation mit Russland überhaupt zu denken. Pistorius machte diese Äußerungen in einer Schaltung aus Kiew.
Im Zentrum der Diskussion steht ein von SPD-Linken verfasstes Manifest, das von prominenten Parteimitgliedern wie Rolf Mützenich und Norbert Walter-Borjans unterzeichnet wurde. Dieses fordert eine Rücknahme der militärischen Aufrüstung und eine verstärkte diplomatische Kommunikation mit Russland. Pistorius konterte mit einem Rückgriff auf die historische Perspektive des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt, der seinerzeit hohe Verteidigungsausgaben befürwortete.
Brandt erkannte, wie Pistorius betonte, dass Verhandlungen mit der damaligen Sowjetunion nur aus einer Position der Stärke heraus wirksam geführt werden konnten.

