Phoenix Group startet Asien-Pazifik-Strategie mit Erstinvestition in Australien
Mit einem 75-Millionen-Pfund-Kredit an den australischen Ingenieurdienstleister Worley setzt Phoenix Group, der größte britische Anbieter für Altersvorsorge und Vermögensaufbau, seinen Fuß in den Asien-Pazifik-Markt. Das Engagement markiert den ersten Schritt in eine strategische Expansion in der Region und unterstreicht die Ambitionen des Unternehmens, sein Geschäft jenseits Europas breiter aufzustellen. Phoenix verwaltet aktuell Vermögenswerte von rund 290 Milliarden Pfund.
Australien gilt dabei als Referenzmarkt. Phoenix-Manager Mike Ambery bezeichnete das Land als „golden child of the industry“ und betonte die Bedeutung engerer Kapitalflüsse in beide Richtungen. Die Gruppe hat in den vergangenen zwölf Monaten ihre Präsenz in Australien verstärkt und sucht aktiv nach weiteren Investitionsmöglichkeiten.
Worley selbst gehört mit einem Börsenwert von 6,7 Milliarden Australischen Dollar (3,2 Milliarden Pfund) zu den größten Ingenieurgruppen des Landes. Der Konzern liefert Dienstleistungen für Branchenriesen wie BHP, Rio Tinto und Woodside Energy. Für Phoenix ist der Einstieg in Private Credit ein Signal, dass britische Pensionsfonds zunehmend Interesse an wachstumsstarken Sektoren der Region zeigen.
Die Initiative fällt in eine Phase wechselseitiger Kapitalbewegungen: Australische Superannuation Funds wie AustralianSuper oder Aware Super haben in den vergangenen Jahren Büros in London eröffnet, um verstärkt in britische und europäische Assets zu investieren. Gleichzeitig zieht es britische Investoren nach Down Under. Auch Legal & General, größter Vermögensverwalter des Vereinigten Königreichs, lotet derzeit verstärkt Engagements in Australien aus, insbesondere im Bereich Infrastruktur.
Die politischen Rahmenbedingungen sind günstig. Seit dem 2021 geschlossenen und 2023 ratifizierten Freihandelsabkommen haben sich die Handelsbeziehungen weiter vertieft. Vertreter der Australian Trade and Investment Commission sehen im Markteintritt von Phoenix ein Beispiel für die zunehmende bilaterale Verzahnung. London erwägt inzwischen, noch in diesem Jahr einen australischen Superannuation Summit auszurichten, um gemeinsame Investitionschancen zwischen den größten Fonds beider Länder auszuloten.

