Pharmadeal in den USA sorgt für Kursfeuerwerk – Aufwind für Branche spürbar
Ein kürzlich geschlossener Deal zwischen der US-Regierung und dem Pharmagiganten Pfizer verschafft dem Sektor zur Wochenmitte frischen Aufwind. Angesichts der Einigung auf günstigere Medikamente im Rahmen des Medicaid-Programms zeigt sich JPMorgan-Experte Richard Vosser optimistisch für die gesamte Branche. Die Vereinbarung könnte ein Indikator dafür sein, dass die Pharmariesen im Einklang mit den Plänen von US-Präsident Donald Trump agieren.
Trump plant, ähnliche Abkommen mit anderen Pharmakonzernen abzuschließen. Der Vertrag mit Pfizer dient möglicherweise als Modell für die Konkurrenz, deutliche Preissenkungen anzubieten und somit potenziell schlimmeren Szenarien vorzubeugen, so Analyst Evan Seigerman von BMO Capital Markets. Ein weiteres bemerkenswertes Detail: Pfizer verzichtete in der Pressemitteilung auf Prognosen zu den Auswirkungen des Deals auf ihre Finanzkennzahlen.
Pfizer verzeichnete nach Bekanntgabe der Einigung einen Kursanstieg von 6,8 Prozent. Im Gegenzug für die Preisnachlässe sind neue US-Branchenzölle auf Pfizer-Importe für drei Jahre ausgesetzt. Aktien der Wettbewerber Merck & Co und Johnson & Johnson stiegen um 6,8 beziehungsweise 2,1 Prozent.
Der europäische Branchenindex setzte am Mittwoch die jüngste Erholungsbewegung mit einem Plus von 3,1 Prozent fort, nachdem die September-Verluste erfreulicherweise wettgemacht wurden. Innerhalb des DAX führten die Titel der Merck KGaA mit einem Anstieg von 5,7 Prozent. Bayer verbuchte einen Zuwachs von 1,1 Prozent, nachdem die Aktie an der 29-Euro-Marke kurzzeitig anstieg. Sartorius setzte mit einem Plus von 8,9 Prozent ein Highlight im MDAX.
Im EuroStoxx 50 gehörte Sanofi mit einem Kursgewinn von 4,1 Prozent zu den Favoriten. Die Schweizer Unternehmensriesen Roche und Novartis belegten im währungsgemischten Stoxx 50 ebenso vorderste Plätze wie die britische GSK und die dänische Novo Nordisk.

