Pharma-Aktien folgen freundlichem Kurs nach Trumps Zollankündigung
Anleger blicken gespannt auf die neusten Entwicklungen durch Präsident Donald Trump, der am Donnerstag bekanntgab, dass ab dem 1. Oktober Importzölle von 100 Prozent auf Arzneimittel erhoben werden sollen. Diese Zölle gelten jedoch nicht für Firmen, die in den USA neue Produktionsstätten errichten oder sich im Bau befinden.
Dies dürfte der Grund sein, warum Aktien großer Pharmaunternehmen wie Merck, Eli Lilly und Johnson & Johnson am Freitag im Wert gestiegen sind. Alle drei Unternehmen haben bereits Pläne zur Expansion ihrer US-Präsenz angekündigt.
Trump hatte schon länger über die Einführung von Arzneimittelzöllen gesprochen, jedoch eine Einführung um ein bis anderthalb Jahre verschoben, um den Unternehmen Zeit zu geben, Arzneimittel in den USA zu lagern und die Produktion umzustellen. Laut Analysten haben die Firmen bereits in diesem Jahr begonnen, Arzneimittel im Inland zu hamstern.
Der Jefferies-Analyst Akash Tewari bemerkt, dass die Ankündigung aus dem Weißen Haus keine wesentlichen Auswirkungen auf große Pharmaunternehmen haben dürfte, da diese bereits entsprechende Baupläne verfolgen. David Risinger von Leerink Partners weist jedoch darauf hin, dass kleinere Unternehmen anfälliger für die neuen Steuern sein könnten.
Es bleibt abzuwarten, ob die Maßnahmen rechtlichen Herausforderungen standhalten und wie die Begriffe „Baubeginn“ und „im Bau“ tariffrechtlich definiert werden. Zudem besteht die Vermutung, dass die neuen Abgaben Teil einer Verhandlungstaktik im Rahmen einer bereits im Frühjahr gestarteten Untersuchung über die Auswirkungen von Arzneimittelimporten auf die nationale Sicherheit sein könnten. Die Aktien von Merck und Lilly stiegen vor der Eröffnung der Märkte um jeweils mehr als 1 %, während die von J&J leicht zulegten.

