Perlen auf der Spur

Perlenschmuck ist ein weitverbreitetes Modeaccessoire. Während sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts lediglich wohlhabende Leute teure Naturperlen leisten konnten, ist das glanzvolle Schmuckstück seit Beginn der Zuchtperlen im Jahr 1910 für jeden zu haben. Mit der zunehmenden Popularität kamen jedoch auch immer mehr Fälschungen auf den Markt. Nur durch die genaue Bestimmung der Muschelart konnte letztlich eindeutig geklärt werden, ob es sich um eine echte Perle oder ein Imitat handelte.
Lange galt es als unmöglich die Echtheit einer Perle anhand deren DNS zu testen, da man davon ausging, dass Perlen keine Erbsubstanz besitzen. Kürzlich allerdings ist es Schweizer Forschern gelungen, das Gegenteil zu beweisen. Demzufolge ist in Perlen DNA-Erbgut enthalten, mit dem man die Art der Muscheln, von der diese stammen, eindeutig bestimmen kann.
Alt oder neu?
Zu Beginn der Forschungsarbeiten musste man ganze Perlen zertrümmern, um an die organische Substanz mit der DNS zu gelangen. Nach und nach verfeinerten die Forschenden ihre Technik und konnten schließlich durch feine Bohrungen eine ausreichende Menge an Perlenmaterial für die Untersuchung entnehmen, ohne dabei die Perle selbst zu zerstören. Mit der sogenannten Radiocarbon-Methode können sie sogar das Alter der Perle herausfinden und somit klären, ob es sich um ein historisches Schmuckstück handelt oder ob eine Fälschung vorliegt. Anhand des genetischen Fingerabdrucks und der Altersdatierung wird es in Zukunft einfacher sein, falsche Perlen zu identifizieren und somit betrügerischen Machenschaften vorzubeugen.
Echte Schmuck-Klassiker
Zwischen echten Perlen und Zuchtperlen liegen große Unterschiede. Echte Perlen entstehen durch einen natürlichen Vorgang, bei der Hautzellen des Mantelgewebes einer Perlauster ins tiefere Mantelgewebe der Muschel gelangen. Dadurch wird eine Zyste,auch Perlsack genannt, gebildet. Um den Perlsack herum lagert sich Schicht für Schicht ringförmig das Kalziumkarbonat ab, und infolgedessen entwickelt sich nach mehreren Monaten oder gar Jahren eine Perle. Zuchtperlen hingegen werden von Menschenhand gemacht und sind als Modeaccessoire, vor allem für Armbänder, äußerst beliebt. Mesenso, ein Online-Shop für Perlenschmuck, bietet neben anderem Perlenschmuck beispielsweise auch Perlenarmbänder aus Süßwasserzuchten an. Zuchtperlen entstehen, indem man ein kleines Stück vom Mantelgewebe einer Spendermuschel als Transplantat in eine Empfängermuschel einsetzt. Doch egal, ob echte oder Zuchtperle, in Sachen Modetrends für den Winter erfreuen sich Perlen auch weiterhin großer Beliebtheit.

