Trauer um den Papst

Papst Franziskus - die wichtigsten Zitate

21. April 2025, 10:57 Uhr · Quelle: dpa
Vom ersten Gruß auf dem Petersplatz bis zu brisanten Aussagen über Krieg und Frieden: Franziskus war ein Papst der klaren Worte.

Rom (dpa) - Papst Franziskus war für offene und markige Worte bekannt, die mitunter überraschten oder Kontroversen auslösten. Eine Auswahl prägender Zitate:

«Brüder und Schwestern, guten Abend. Wie ihr wisst, war es die Pflicht des Konklaves, Rom einen Bischof zu geben. Wie es scheint, sind meine Kardinalsbrüder nahezu bis ans Ende der Welt gegangen, um ihn zu bekommen.»

(Bei seinem ersten Auftritt auf der Loggia des Petersdoms am 13. März 2013)

«Ich möchte eine arme Kirche und eine Kirche für die Armen.»

(Im März 2013 bei einer Audienz im Vatikan)

«Nein, ich wollte nicht Papst werden. Ein Mensch, der Papst werden will, liebt sich nicht selbst.»

(Im Juni 2013 bei einer Fragestunde mit Jesuitenschülern im Vatikan)

«Wenn jemand schwul ist, und er den Herrn sucht und guten Willen zeigt, wer bin ich, das zu verurteilen.»

(Im Juli 2013 auf dem Rückflug von einer Brasilien-Reise)

«Wir haben uns an das Leiden des anderen gewöhnt. Es betrifft uns nicht. Es interessiert uns nicht. Es geht uns nichts an! (...) Die Globalisierung der Gleichgültigkeit hat uns die Fähigkeit genommen zu weinen!»

(Im Juli 2013 in einer Predigt auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa, wo viele Flüchtlinge ankommen)

«Eine Kurie, die sich nicht selbst kritisiert, die sich nicht weiterentwickelt, die nicht versucht, sich zu verbessern, ist ein kranker Körper.»

(Im Dezember 2013 in seiner Weihnachtsansprache vor der römischen Kurie im Vatikan)

«Gott vergibt immer, Menschen manchmal, die Natur nie. Wir müssen uns um die Natur kümmern, damit sie nicht mit Zerstörung antwortet.»

(Im November 2014 bei der UN-Ernährungskonferenz in Rom)

«Und so vergeuden wir unsere gottgegebenen Geschenke, indem wir uns mit Schnickschnack beschäftigen. Wir verschwenden unser Geld für Spiel und Getränke und drehen uns um uns selbst.»

(Im Januar 2015 in der Abschlusspredigt bei seinem Besuch auf den Philippinen)

«Manche Menschen glauben - entschuldigen Sie den Ausdruck -, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen.»

(Im Januar 2015 auf dem Rückflug von den Philippinen)

«Der Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil nur in Katastrophen enden kann.»

(In seiner im Juni 2015 veröffentlichten Umwelt-Enzyklika «Laudato si»)

«Ich träume von einem Europa, von dem man nicht sagen kann, dass sein Einsatz für die Menschenrechte an letzter Stelle seiner Visionen stand.»

(Im Mai 2016 bei der Verleihung des Karlspreises)

«Diese Tragödie, dieser Genozid, hat leider die traurige Liste der entsetzlichen Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts eröffnet, die von anormalen rassistischen, ideologischen oder religiösen Motivationen ermöglicht wurden.»

(Im Juni 2016 bei einem Treffen mit Armeniens Präsident Sersch Sargsjan in der Hauptstadt Eriwan über die Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs)

«In Rom Reformen zu machen, ist wie die ägyptische Sphinx mit einer Zahnbürste zu putzen.»

(Im Dezember 2017 in seiner Weihnachtsansprache vor der römischen Kurie im Vatikan)

«Das kann man nicht machen. Es ist nicht gerecht, einen Menschen umzubringen, auch wenn er klein ist. Es ist, wie einen Auftragsmörder zu mieten, um ein Problem zu lösen.»

(Im Oktober 2018 bei der Generalaudienz in Rom zu Abtreibungen)

«Ich möchte an dieser Stelle klar betonen: Sollte in der Kirche auch nur ein Missbrauchsfall ausfindig gemacht werden - was an sich schon eine Abscheulichkeit darstellt -, so wird dieser Fall mit der größten Ernsthaftigkeit angegangen.»

(Im Februar 2019 in seiner Rede zum Abschluss des Anti-Missbrauchsgipfels im Vatikan)

«Es wird nie einen wahren Frieden geben, wenn wir nicht in der Lage sind, ein gerechteres Wirtschaftssystem aufzubauen.»

(Im Dezember 2019 zum Weltfriedenstag am 1. Januar)

«Abtreibung ist mehr als ein Problem. Es ist Mord.»

(Im September 2021 auf dem Rückflug von einer Slowakei-Reise)

«Ich bin hier, um euch zu sagen, dass ich euch nahe bin. Ich bin hier, um eure Gesichter zu sehen und euch in die Augen zu schauen. Augen voll Angst und Erwartung, Augen, die Gewalt und Armut gesehen haben, Augen gerötet von zu vielen Tränen.»

(Im Dezember 2021 zu Migranten auf der griechischen Insel Lesbos)

«Wir leben in einer Epoche der Mauern und des Stacheldrahts.»

(Im Dezember 2021 zum Umgang vieler Staaten mit Migration)

«Wir stehen gerade vor schwierigen Zeiten für die Menschheit, die in großer Gefahr ist.»

(Im Oktober 2022 bei einer Audienz im Vatikan)

«Und wir empfinden so viel Dankbarkeit in unseren Herzen: Dankbarkeit gegenüber Gott, dass er ihn der Kirche und der Welt geschenkt hat; Dankbarkeit gegenüber ihm für all das Gute, das er vollbracht hat, und vor allem für sein Zeugnis des Glaubens und des Gebets, besonders in diesen letzten Jahren, als er zurückgezogen lebte.»

(Im Januar 2023 zum Tod des emeritierten Papstes Benedikt XVI.)

«Ich lebe noch.»

(Im Juni 2023 nach einer überstandenen Operation beim Verlassen des Krankenhauses in Rom)

«Vorwärts, mit Freude!»

(Im Oktober 2023 nach einer Tagung der Weltsynode mit Blick auf die Synode 2024)

«Wie Sie sehen, bin ich am Leben.»

(Im November 2023 bei einer Generalaudienz nach der Absage einer Dubai-Reise wegen einer Bronchitis)

«Die Welt hat es nötig, auf die Mütter und Frauen zu schauen, um Frieden zu finden, um aus den Spiralen der Gewalt und des Hasses auszubrechen und wieder einen menschlichen Blick und ein sehendes Herz zu erlangen.»

(Im Januar 2024 in seiner Predigt zum Hochfest der Gottesmutter Maria am Neujahrstag im Petersdom im Vatikan)

«Wenn man sieht, dass man besiegt ist, dass es nicht gut läuft, muss man den Mut haben, zu verhandeln.»

(Im März 2024 bei einem Interview des Schweizer Fernsehens zum Ukraine-Krieg)

«Frieden wird niemals mit Waffen geschaffen, sondern indem man die Hände ausstreckt und die Herzen öffnet.»

(Im März 2024 bei seiner traditionellen Osterbotschaft auf dem Petersplatz zum Gazakrieg)

«Die Zerstörung der Umwelt ist eine Beleidigung Gottes, eine Sünde, die nicht nur persönlich, sondern auch strukturell ist, eine Sünde, die alle Menschen stark gefährdet, besonders die Schwächsten unter uns, und die einen Konflikt zwischen den Generationen auszulösen droht.»

(Im Mai 2024 in einer Botschaft beim Weltklimagipfel COP28)

«Keine Maschine darf jemals die Wahl treffen können, einem Menschen das Leben zu nehmen oder nicht.»

(Im Juni 2024 beim G7-Gipfel in Italien)

«Gleichgültigkeit ist ein Krebsgeschwür der Demokratie.»

(Im Juli 2024 über den Zustand der Demokratie)

«Um wirklich zu leben, kann man nicht sitzen bleiben. Leben heißt immer: sich in Bewegung setzen, auf den Weg machen, träumen, planen, offen für die Zukunft sein.»

(Im Oktober 2024 bei einer Predigt im Petersdom)

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21.04.2025 · 10:57 Uhr
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