Orsted feiert juristischen Sieg und Aufwind an den Märkten
Nachdem ein US-Bundesrichter die Wiederaufnahme der Arbeiten am nahezu fertiggestellten Revolution-Wind-Projekt erlaubt hat, verzeichnete die Aktie von Orsted am Dienstagmorgen einen Kursanstieg von bis zu 12 %. Diese Entscheidung revidiert die im letzten Monat von der Administration von Präsident Donald Trump erlassene Anordnung, die Arbeiten zu stoppen und bedeutet somit einen Rückschlag für Trump, der Windkraftprojekte zuvor als unästhetisch, unzuverlässig und kostspielig kritisiert hatte.
Für Orsted markiert dieses Urteil einen bedeutenden Erfolg. Der Offshore-Windkraftentwickler, der seit dem 22. August täglich 2 Millionen Dollar durch die vom U.S. Bureau of Ocean Energy Management (BOEM) verordnete Arbeitseinstellung verlor, atmet nun auf. Diese Einschränkung basierte auf nicht näher ausgeführten nationalen Sicherheitsbedenken. Zum Handelsstart notierte Orsted mit einem Plus von 7 % bei 118,6 Dänischen Kronen.
Das vor der Küste von Rhode Island gelegene Revolution-Wind-Projekt war zu 80 % fertiggestellt, wobei alle Offshore-Fundamente gesetzt und 45 der 65 Windturbinen bereits installiert sind. Gemeinsam mit dem Joint-Venture-Partner Skyborn Renewables hat Orsted bereits 5 Milliarden Dollar für das Projekt ausgegeben oder vertraglich gebunden. Eine Einstellung des Projekts hätte potenzielle Abbruchkosten von über 1 Milliarde Dollar bedeutet, wie aus US-Gerichtsunterlagen hervorgeht.
Orsted befand sich bereits vor der Stop-Arbeitsanordnung in einer prekären Lage hinsichtlich der Kreditwürdigkeit. Steigende Inflationsraten, höhere Zinsen und Lieferverzögerungen zwangen das Unternehmen im August dazu, von Aktionären eine Kapitaleinspritzung in Höhe von 9,4 Milliarden Dollar zu erbitten. Mit Abschluss dieser voll garantierten Rechteemission wird das Unternehmen über eine Liquiditätsreserve von 145 Milliarden Kronen (22,9 Milliarden Dollar) verfügen, was laut Finanzchef Trond Westlie ausreichen soll, um bestehende Projekte abzuschließen.

