Oracle setzt Kurs auf Rekordjagd: Künstliche Intelligenz und Cloud als Wachstumstreiber
Der amerikanische Software-Gigant Oracle überrascht zum Jahresauftakt mit einem beeindruckenden Wachstum seines Cloud-Geschäfts, das durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz beflügelt wird. Safra Catz, die Chefin des Unternehmens, sieht optimistisch in die Zukunft und erwartet eine noch stärkere Umsatzsteigerung im Cloud-Bereich als bisher angenommen. Diese positive Aussicht begeistert Anleger und Investoren gleichermaßen, was sich in einem regelrechten Kursfeuerwerk im vorbörslichen Handel niederschlägt.
Die im S&P 500 gelistete Oracle-Aktie legte zuletzt um beachtliche 30 Prozent zu, was den Marktwert des Unternehmens um ungefähr 200 Milliarden Dollar auf über 880 Milliarden Dollar ansteigen ließ. Kommt es zu einem entsprechenden Anstieg im offiziellen Handel, könnte der Aktienkurs einen neuen Rekord verzeichnen. Das bisherige Hoch, das Ende Juli erreicht wurde, belief sich auf knapp 261 Dollar. Seit Ende 2024 konnte die Aktie bereits um 45 Prozent zulegen.
Dieser Kursanstieg hat auch Auswirkungen auf das Vermögen des Mitgründers Larry Ellison, dessen Anteile an dem Technologieunternehmen sich Bloomberg-Daten zufolge auf etwa 1,16 Milliarden belaufen. Ellisons Vermögen, das zuletzt auf etwa 295 Milliarden Dollar geschätzt wurde, könnte durch den aktuellen Kursanstieg um über 80 Milliarden Dollar anwachsen, was ihn in greifbare Nähe des Spitzenplatzes der weltweit reichsten Menschen, gehalten von Elon Musk, bringt.
Oracle, traditionell bekannt für seine Datenbanksoftware, feiert mittlerweile auch große Erfolge im Bereich Cloud-Computing. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 12 Prozent auf 14,9 Milliarden Dollar, vor allem durch ein Wachstum im Cloud-Segment von 28 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar. Besonders hervorzuheben ist das florierende Geschäft mit Cloud-Infrastruktur (IaaS), das sich um 55 Prozent auf 3,3 Milliarden US-Dollar steigerte. Safra Catz prognostiziert für das laufende Jahr sogar eine Steigerung der Erlöse in diesem Bereich um 77 Prozent.
Unterstützt wird dieses Wachstum durch bedeutende Verträge mit prominenten Kunden wie OpenAI, Nvidia und TikTok, die hohe wirtschaftliche Zusagen mit sich bringen. Der Auftragsbestand, gemessen an noch nicht erfüllten, aber vertraglich gesicherten Leistungen (RPO), explodierte förmlich auf 455 Milliarden Dollar, mehr als das Vierfache des Vorjahres. Ziel ist es, bald die Marke von einer halben Billion Dollar zu überschreiten.
Obwohl die Quartalsergebnisse leicht hinter den Erwartungen zurückblieben, äußerten sich Analysten wie Brent Thill von Jefferies und Karl Keirstead von UBS positiv über das Wachstumspotenzial. Sie erwarten, dass die langfristigen Prognosen für die nächsten Jahre nach oben korrigiert werden könnten, trotz eines stagnierenden Gewinns von Oracle im ersten Quartal von 2,9 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um sechs Prozent und erreichte damit 1,47 Dollar.

