Oracle-Aktien im Strudel der Enttäuschung: Ein Kurssturz mit Folgen
Die Aktien des US-amerikanischen Softwaregiganten Oracle erlebten am Dienstag einen weiteren Rückschlag, nachdem enttäuschende Geschäftsergebnisse bekanntgegeben wurden. Zu Handelsbeginn sackten die Papiere um 7,4 Prozent auf rund 138 US-Dollar ab, was den tiefsten Wert seit Ende August widerspiegelt.
Im Verlauf des Tages verringerte sich das Minus, jedoch notierten die Oracle-Aktien noch immer mit einem Rückgang von mehr als vier Prozent. Damit zählten sie zu den größten Verlierern im umfangreichen S&P 500, der fast ein Prozent im Minus lag.
Analysten hatten im Vorfeld mehr von Oracle erwartet, sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn je Aktie im dritten Geschäftsjahrquartal. Trotz eines Wachstums der Cloud-Computing-Sparte, das positiv überraschte, bleiben bestehende Kapazitätsengpässe eine Herausforderung.
Rishi Jaluria von der Bank RBC äußerte Skepsis bezüglich einer möglichen Beschleunigung dieses Wachstums. Zusätzliche Zweifel brachte Mark Murphy von JPMorgan an, der die hohen Versprechungen von Oracle bei Künstlicher Intelligenz bemängelte.
Während er die dynamische Auftragslage lobte, sieht er kurzfristige Widerstände beim Umsatzwachstum. Karl Keirstead von UBS hingegen sieht Lichtblicke in dem gesteigerten Auftragseingang und einem positiven Wachstumsausblick, die den Aktienkurs stützen könnten.
Charttechnisch hat sich die Situation der Oracle-Aktien verschlechtert. Sie durchbrachen alle relevanten Durchschnittslinien, einschließlich der wichtigen 200-Tage-Linie. Mit dem aktuellen Kursrutsch schloss sich die Kurslücke, die im September aufgrund optimistischer KI-Ankündigungen entstand.
Jedoch bieten wichtige Unterstützungszonen um die 140 Dollar eine Chance, sich zu stabilisieren und an frühere Hochs anzuknüpfen. Zum Jahresanfang verloren die Oracle-Aktien fast 15 Prozent, während SAP-Aktien ein leichtes Plus von knapp einem Prozent verzeichneten und damit hinter anderen Indizes zurückblieben.

