Optimismus bei Schweinehaltern trotz Afrikanischer Schweinepest in NRW
Die ersten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Nordrhein-Westfalen haben die Branche alarmiert, jedoch zeigt sich unter den Schweinehaltern eine überraschende Zuversicht. Torsten Staack, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Schweinehalter Deutschlands (ISN), betonte, dass das betroffene Gebiet glücklicherweise nicht eine hohe Dichte an schweinehaltenden Betrieben aufweist.
Dies mindert zwar den Gesamtschaden, dennoch bleiben Betriebe innerhalb der Restriktionszonen finanziell erheblich belastet. Lobend äußerte sich Staack über die effiziente Seuchenbekämpfung, die nach Entdeckung der toten Wildschweine im Sauerland schnell eingeleitet wurde. Besonders die Investitionen des Landes Nordrhein-Westfalen in moderne technische Ausstattung tragen nun Früchte.
Niedersachsen bleibt bundesweit Spitzenreiter in der Schweinehaltung, mit einem Bestand von rund 6,9 Millionen Schweinen laut der letzten Zählung im Mai 2025, trotz der Tatsache, dass einige Mastbetriebe den Betrieb eingestellt haben. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) untersucht derzeit mögliche Zusammenhänge der ASP-Fälle in NRW mit anderen deutschen Regionen wie Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg oder Brandenburg und Sachsen.
Dort wurden dieses Jahr bereits über 1.500 infizierte Wildschweine registriert. Der Schweinefleischmarkt blieb nach Einschätzung von Staack erstaunlich ruhig, was das Vertrauen in die professionelle Seuchenbekämpfung stärkt. Die Handelsaktivitäten blieben außerhalb der infizierten Zone nahezu unverändert, und auch der Export in Drittstaaten zeigt nach aktuellem Stand keine negativen Einflüsse aufgrund des ASP-Ausbruchs.
Obwohl die Afrikanische Schweinepest seit ihrem Ausbruch in Deutschland im Jahr 2020 insgesamt 19 Schweinehaltungen betraf, ist das Virus für Menschen und andere Tierarten ungefährlich. Für Schweine jedoch endet eine Infektion meist tödlich, was im Falle eines Ausbruchs in einem Betrieb die Tötung der gesamten Herde zur Folge haben kann – ein Szenario, das ernsthafte wirtschaftliche Folgen für die betroffenen Landwirte hat.

