Optimismus am Wiener Aktienmarkt: ATX erreicht Höchstwerte seit 2007
Der Wiener Aktienmarkt erlebte einen erfreulichen Tag, da die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine-Friedensinitiative den ATX beflügelten. Der österreichische Leitindex kletterte um beeindruckende 2,16 Prozent und schloss bei 4.656,25 Punkten, was den höchsten Stand seit November 2007 markiert. Ein Rekord, der zuletzt im April 2007 verzeichnet wurde. Auch der ATX Prime folgte diesem positiven Trend und verzeichnete ein Plus von 2,21 Prozent auf 2.328,48 Punkte. Diese positive Dynamik spiegelt sich ebenfalls an den anderen europäischen Börsen wider, die überwiegend im grünen Bereich notierten.
Ein mit Spannung erwartetes Treffen zwischen den Präsidenten der USA und Russlands, Donald Trump und Wladimir Putin, steht angeblich in der kommenden Woche an. In Aussicht steht zudem eine zukünftige Begegnung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Interessanterweise hatte Trump in jüngster Vergangenheit seine Rhetorik gegenüber Russland verschärft und angedroht, Handelspartnern wie Indien hohe Zölle aufzuerlegen.
Besonders gefragt waren die Aktien der Bank RBI, die einen beeindruckenden Anstieg von 14 Prozent verzeichneten. Diese Entwicklung positioniert die Bank auf ein Niveau, das zuletzt Anfang 2022 erreicht wurde, vor Beginn der militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine. Eine kürzliche Aufhebung des Verkaufsverbots für ihre Russland-Tochter könnte in diesem Kontext günstig sein. Unterstützung kam ferner seitens der Analysten der UBS, die der RBI-Aktie nun ein angehobenes Kursziel zuweisen und zum Kauf raten.
Auch Titel aus der Bau- und Grundstoffbranche zeigten starke Performance, angeführt von der Aussicht auf Wiederaufbauaktivitäten in der Ukraine. Hier legten Voestalpine und Wienerberger um 3,3 respektive 7,3 Prozent zu. Palfinger und Strabag konnten ebenfalls Zuwächse von 3,9 beziehungsweise 5,5 Prozent verbuchen.
In der Berichtssaison hat Lenzing durch einen Kursanstieg von über elf Prozent auf sich aufmerksam gemacht. Der Faserhersteller profitierte von einer deutlichen Steigerung seines Ergebnisses (Ebitda), auch wenn dieser Anstieg auf positive Sondereffekte zurückzuführen war. Obwohl das Leistungssteigerungsprogramm Früchte zu tragen scheint, bleiben die Ertragsperspektiven unklar, da geopolitische Unsicherheiten durch die US-Strafzölle anhalten.
Abschließend sei erwähnt, dass die Deutsche Bank das Kursziel für die Voestalpine-Aktie leicht auf 35 Euro anhob und die Kaufempfehlung "Buy" bestätigte, nachdem der freie Cashflow im letzten Quartal positiv überraschte. Die Aktie schloss mit einem Stand von 25,66 Euro.

