Olympia-Geflüster: NHL-Stars erobern Mailand
Eishockeyfans weltweit erwarten mit Spannung das wohl spektakulärste Eishockeyturnier der Olympischen Geschichte. Die Ankunft der NHL-Superstars, erst zwei Tage nach der offiziellen Eröffnungsfeier in Mailand eingetroffen, erhöht die Vorfreude erheblich. "Die Rückkehr der NHL-Spieler ist ein großer Schritt für uns", erklärt IOC-Sportdirektor Pierre Ducrey. Dabei hatten erst drei prominente Spieler, Leon Draisaitl, Nino Niederreiter und David Pastrnak, noch vor der Hauptgruppe den Boden Italiens betreten.
Die restlichen Olympioniken der NHL, deren Vertragsvolumen zusammengerechnet etwa eine Milliarde US-Dollar ausmacht, wurden zum Wochenende in New York in Richtung Mailand verabschiedet. US-Kapitän Auston Matthews nennt die Situation "verrückt". Der Star von den Toronto Maple Leafs äußerte sich euphorisch über die Chance, Olympialuft zu schnuppern.
Die Eigentümer der NHL-Teams, vorwiegend US-Milliardäre, hatten sich zuvor geweigert, die Liga-Saison für frühere Olympische Spiele zu unterbrechen, da die asiatischen Märkte als wenig lukrativ galten. Nun hat der Druck der Spielergewerkschaft NHLPA dazu geführt, dass die NHL-Stars – abgesehen von den russischen Spielern aufgrund des Angriffskrieges Russlands – das internationale Eishockeyparkett betreten.
Besonderes Highlight für die Spieler ist die Möglichkeit, auf einem historischen Niveau anzutreten. "Das beste Eishockeyturnier jemals", so der Tenor von Deutschlands Trainer Harold Kreis, ist das erklärte Ziel, während sich das Spiel selbst in den letzten Jahren revolutioniert hat.
Für Deutschland bedeutet dies: Die Träume von Legenden wie Draisaitl, der als Fahnenträger bereits einen Höhepunkt seines Lebens erlebt hat, werden nun in Mailand Realität. Das Duell gegen Dänemark bildet am Donnerstagabend den Startschuss für die deutschen Stars.

