Ölpreise trotzen Lagerbeständen: Markt bewegt sich im Spannungsfeld von Angebot und Nachfrage
Der Ölmarkt zeigt sich zur Wochenmitte von seiner volatilen Seite. Die Nordseesorte Brent, zur Lieferung im Dezember gehandelt, notierte bei 66,36 US-Dollar pro Barrel und damit 91 Cent über dem Preis des Vortages. Gleichzeitig verzeichnete die amerikanische Sorte WTI mit Auslieferung im November einen Anstieg um 1,01 Dollar auf 62,73 Dollar je Barrel.
Interessanterweise vermochten die zuletzt gestiegenen Rohöllagerbestände in den Vereinigten Staaten die Ölpreise nicht zu belasten. Laut Energieministerium stiegen die Vorräte um 3,7 Millionen auf insgesamt 420,3 Millionen Barrel an und übertrafen die Erwartungen der Analysten, die lediglich mit einem Zuwachs von 0,4 Millionen Barrel gerechnet hatten. Dagegen sanken die Bestände an Benzin und Destillaten.
Während die Organisation erdölexportierender Länder (OECD) mit ihren Verbündeten die Produktionsschrauben lockert, um Marktanteile zurückzugewinnen, prognostizieren Experten einen weiteren Rückgang der Rohölpreise. Die USA steuern auf eine Rekordproduktion zu, was Druck auf die Preisgestaltung ausübt. Goldman Sachs bleibt pessimistisch und prognostiziert einen globalen Überschuss von zwei Millionen Barrel pro Tag ab dem aktuellen Quartal, der die Preise weiter nach unten korrigieren soll. In einer aktuellen Studie wird erwartet, dass Brent im Jahr 2026 durchschnittlich nur noch bei 56 Dollar liegen könnte.

