Ölpreise steigen – Hoffnungsschimmer im Handelskonflikt zwischen USA und China
Die Ölpreise verzeichnen erneut Aufschwung, da ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli zuletzt für 63,90 US-Dollar gehandelt wurde – ein Anstieg um 1,06 Dollar gegenüber dem Vortag. Gleichzeitig kletterte der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Juni um 1,10 Dollar auf 61,01 Dollar. Die jüngsten Zuversichtszeichen im Handelsstreit beflügeln diese Entwicklung.
US-Präsident Donald Trump hat eine Reduktion der bisherigen Zölle von 145 Prozent auf 80 Prozent ins Auge gefasst, kurz vor den bevorstehenden Gesprächen mit China. „80% Zölle auf China scheinen in Ordnung zu sein!“, so Trump auf Truth Social und verwies auf eine Entscheidung von Finanzminister Scott Bessent, der bald Gespräche mit chinesischen Vertretern führen wird.
Bereits zuvor hatten die USA eine Einigung im Zollstreit mit Großbritannien erzielt, was in Kombination mit den derzeitigen Entwicklungen weiterhin Hoffnung auf weitere Handelsausgleiche schürt. Diese Zollerleichterungen hatten bereits am Donnerstag positive Auswirkungen auf die Ölpreise, die unter Trumps vorheriger Zollstrategie gelitten hatten.
Die überraschend positiven Außenhandelsdaten aus China, insbesondere der stärkere Export, tragen ebenfalls zur Stabilisierung der Ölpreise bei, auch wenn die Handelsbeziehung mit den USA aufgrund der Zölle beeinträchtigt ist. China, als zweitgrößter Ölverbraucher der Welt nach den USA, bleibt ein zentraler Faktor für die globale Rohölnachfrage.
Dennoch warnt Barbara Lambrecht von der Commerzbank vor voreiliger Euphorie. Eine deutliche Überversorgung des Ölmarkts könnte drohen, was voraussichtlich im kommenden Monatsbericht der Internationalen Energieagentur Thema sein wird. Dies, zusammen mit der erwarteten Produktionsausweitung des Ölverbunds Opec+, könnte den zuletzt positiven Trend empfindlich stören.

