Ölpreise steigen aufgrund rückläufiger Lagerbestände und geopolitischer Spannungen
Ölpreise haben am Mittwoch den zweiten Tag in Folge zugelegt. Grund hierfür sind Berichte über einen Rückgang der US-amerikanischen Rohölvorräte in der vergangenen Woche, was auf ein zunehmendes Angebotdilemma auf dem Markt hindeutet.
Die Brent-Futures stiegen um 27 Cent auf 67,90 Dollar pro Barrel, während die US-amerikanischen West Texas Intermediate (WTI) Rohöl-Futures um 28 Cent auf 63,69 Dollar zulegten. Bereits am Dienstag kletterten beide Indexe um mehr als einen Dollar pro Barrel, nachdem ein Abkommen zur Wiederaufnahme der Exporte aus dem irakischen Kurdistan ins Stocken geraten war. Der Pipeline-Transport von Öl in die Türkei bleibt stehen, da sich zwei große Produzenten nicht einig sind und Rückzahlungszusicherungen für Schulden fordern.
Das Abkommen zwischen den föderalen und kurdischen Regionalregierungen im Irak sowie den Ölunternehmen würde den Export von etwa 230.000 Barrel pro Tag wieder aufnehmen. Seit März 2023 sind die Pipeline-Flüsse gestoppt. Laut dem American Petroleum Institute (API) sanken in der vergangenen Woche die Rohöl- und Benzinbestände, während die Destillatbestände gestiegen sind.
Die offiziellen Energiezahlen der US-Regierung, die am Mittwoch erwartet werden, sollen sowohl bei Rohöl- als auch Benzinbeständen Anstiege und möglicherweise einen Rückgang bei Destillaten zeigen. Auch andere Zeichen deuten auf ein sich verschärfendes Angebot hin. Laut Reuters kann der amerikanische Ölkonzern Chevron aufgrund der neuen Regeln in Venezuela nur etwa die Hälfte der 240.000 bpd Rohöl exportieren, die er dort mit Partnern produziert. Die neue Genehmigung im Juli erlaubt es Chevron zwar in dem sanktionierten Land zu operieren, doch nur weniger von dem schweren, schwefelhaltigen Rohöl wird die USA erreichen.

