Ölpreise leicht erholt, bleiben aber angeschlagen
Die Ölpreise konnten sich am Freitag ein wenig erholen, nachdem sie zuletzt deutliche Verluste hinnehmen mussten. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kostete am Mittag 75,17 US-Dollar, was einem Anstieg von 1,12 Dollar im Vergleich zum Vortag entspricht. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Januar-Lieferung stieg um 1,02 Dollar auf 70,36 Dollar.
Trotz dieser Erholung bleiben die Erdölpreise jedoch angeschlagen. Beim Brent-Preis droht bereits der siebte Wochenverlust in Folge. Eine solche längere Abfolge von Wochenverlusten hat es seit dem Jahr 2018 nicht gegeben.
Der Grund für die aktuelle Situation liegt in der anhaltenden Skepsis des Marktes gegenüber den jüngsten Förderkürzungen des großen Rohölverbunds Opec+. Marktteilnehmer zweifeln an der konsequenten Umsetzung dieser Beschlüsse. Zudem sorgt das hohe Ölangebot aus Nicht-Opec-Staaten wie den USA für zusätzlichen Druck auf die Preise. Auf der Nachfrageseite belasten außerdem trübe Konjunkturperspektiven, die zu einer schwächeren Nachfrage nach Erdöl, Benzin und Diesel führen könnten.
Trotz dieser Herausforderungen gibt es jedoch auch einige positive Faktoren für die Ölpreise. Die geplante Senkung der Fördermengen durch die Opec+ ab Januar 2022 könnte zu einer Straffung des Marktes führen und somit die Preise unterstützen. Zudem könnte die weltweite Impfkampagne gegen Covid-19 zu einer Erholung der Konjunktur und somit zu einer steigenden Ölnachfrage führen. (eulerpool-AFX)

