Ölpreise im Sinkflug: Zweifel an US-Sanktionen gegen Russland
Die Ölpreise setzten am Dienstag ihren deutlichen Abwärtstrend fort, der bereits zu Wochenbeginn begonnen hatte. So kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent-Öl zur Auslieferung im September nur noch 68,66 US-Dollar – ein Minus von 55 Cent im Vergleich zum Vortag. Der Preis der US-Sorte WTI fiel auf 66,36 Dollar je Barrel für die August-Lieferung, ein Rückgang um 62 Cent.
Seit Montag sind die Ölpreise merklich unter Druck geraten. Brent-Öl verlor in dieser Zeit mehr als zwei Dollar pro Barrel. Experten führen den Preisverfall auf Unsicherheiten im Markt zurück, ob die von US-Präsident Donald Trump geplanten Sanktionen gegen Russland tatsächlich wirksam wären, um Exporte aus Russland zu beeinträchtigen.
Trump hatte Russlands Präsidenten Wladimir Putin ein Ultimatum gesetzt: Sollten innerhalb von 50 Tagen keine Fortschritte bei den Bemühungen um ein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine erzielt werden, würden die USA hohe Zölle gegen Russlands Handelspartner verhängen. Besonders Indien und China, die zuletzt ihre Importe von russischem Öl und Gas gesteigert haben, wären betroffen.
Rohstoffexperte Warren Patterson von der ING Bank sieht die Ursache für den Preisverfall in der Unsicherheit über die Umsetzung der US-Sanktionen. Da keine sofortigen Maßnahmen ergriffen wurden, fühle sich der Markt verunsichert und zweifelt an der Glaubhaftigkeit der Drohungen. Diese Skepsis trägt zur aktuellen Preisentwicklung bei.

