Ölpreise im Rückwärtsgang: Markt im Bann geopolitischer Entwicklungen
Die Ölpreise zeigten am Mittwoch eine rückläufige Tendenz. Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober wurde mit 65,33 US-Dollar gehandelt, was einen Rückgang um 78 Cent im Vergleich zum vorherigen Handelstag darstellt. Ebenso fiel der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI zur Lieferung im September um 89 Cent auf 62,28 Dollar.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognosen für die weltweite Rohölnachfrage abermals gesenkt. Für das laufende Jahr erwarten die westlichen Industriestaaten lediglich noch einen Anstieg der Nachfrage um durchschnittlich 680.000 Barrel pro Tag, wie aus dem jüngsten Monatsbericht hervorgeht. Ursprünglich war man von einem Anstieg von 700.000 Barrel ausgegangen. Bereits im Laufe des Jahres hat die IEA mehrfach ihre Prognosen nach unten korrigiert.
Belastend wirken zudem die gestiegenen Rohöllagerbestände in den USA. Nach Angaben des Energieministeriums stiegen die Bestände letzte Woche um drei Millionen auf insgesamt 426,7 Millionen Barrel, während Analysten mit einem Rückgang gerechnet hatten. Solche Entwicklungen setzen oft den Ölpreis unter Druck, insbesondere in der größten Volkswirtschaft der Welt.
An den Märkten richtet sich der Blick jedoch vermehrt auf ein bevorstehendes Treffen zwischen den Präsidenten der USA und Russlands, bei dem diskutiert werden soll, wie eine mögliche Waffenruhe im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erreicht werden kann. Auch mögliche Sanktionen der USA gegen den russischen Ölhandel könnten thematisiert werden.
Laut Rohstoffexperten der Commerzbank ist die Wahrscheinlichkeit, dass die USA schärfere Sanktionen gegen Russland verhängen, jüngst gesunken. Vor dem Treffen mit dem russischen Präsidenten scheine es zudem unwahrscheinlich, dass US-Präsident Donald Trump importierende Länder mit zusätzlichen Zöllen wegen ihrer russischen Ölkäufe belegt, wie aus einer entsprechenden Analyse hervorgeht.

